Zypern erwartet rund 3,5 Milliarden Euro für Projekte in den kommenden drei Jahren

Zypern erwartet rund 3,5 Milliarden Euro für Projekte in den kommenden drei Jahren

  • Zypern erwartet in den kommenden drei Jahren rund 3,5 Milliarden Euro für Projekte, die unter anderem den Alltag der Bürger verbessern sollen.

  • Die Projekte müssen reif vorbereitet sein und spätestens bis September 2027 vom Ministerrat genehmigt werden.

  • Beim zyprischen Aufbau- und Resilienzplan wird nach der letzten Zahlung im Dezember eine Absorptionsrate von 97,3 % erwartet – eine der höchsten Quoten in der EU.

  • Im EU-Finanzrahmen 2021–2027 hat Zypern bisher 442 Millionen Euro von insgesamt 1,3 Milliarden Euro abgerufen, also 35 % gegenüber einem EU-Durchschnitt von 29 %.

  • Bei Mitteln für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung liegt Zyperns Absorptionsrate bei 45 %, deutlich über dem EU-Durchschnitt von 25 %.

    Präsident Christodoulides verweist auf EU-Mittel, hohe Absorptionsraten und Projekte zur Verbesserung des Alltags der Bürger

    Zypern wird nach Angaben von Präsident Nikos Christodoulides in den kommenden drei Jahren voraussichtlich rund 3,5 Milliarden Euro für Projekte zur Verfügung haben. Dies erklärte der Präsident am Montag im Präsidentenpalast bei einem Treffen mit Lefteris Christoforou, dem zyprischen Mitglied des Europäischen Rechnungshofes. Im Mittelpunkt des Treffens stand der nächste mehrjährige Finanzrahmen der Europäischen Union.

    Christodoulides sagte, Ziel sei es, bis Ende 2026 eine Einigung über den neuen Finanzrahmen zu erreichen. Auf Grundlage der aktuellen Hinweise könne sich die Finanzierung, die Zypern zur Verfügung stehe, erhöhen. „Wir werden rund 3,5 Milliarden Euro für Projekte haben, die in unserem Land in den kommenden drei Jahren umgesetzt werden“, sagte der Präsident. Diese Projekte sollen nach seinen Worten auch Maßnahmen umfassen, die den Alltag der Bürgerinnen und Bürger verbessern.

    Gleichzeitig machte Christodoulides deutlich, dass die Projekte vorbereitet und reif sein müssen. Sie müssten spätestens bis September 2027 vom Ministerrat genehmigt werden. Damit steht nicht nur die Höhe der verfügbaren Mittel im Mittelpunkt, sondern auch die Fähigkeit des Staates, Projekte rechtzeitig vorzubereiten, zu planen, zu genehmigen und umzusetzen.

    Der Präsident verwies außerdem auf den zyprischen Aufbau- und Resilienzplan. Nach der für Dezember erwarteten letzten Zahlung soll die Absorptionsrate voraussichtlich 97,3 Prozent erreichen. Dies wäre eine der höchsten Quoten unter den EU-Mitgliedstaaten. Nach Einschätzung von Christodoulides widerlegen diese Zahlen frühere Sorgen, Zypern könne bei der Aufnahme der Mittel zurückliegen.

    Der Präsident dankte den beteiligten Ministerien, insbesondere dem Finanzministerium, der für den Plan zuständigen Secretariat-Struktur, den Sozialpartnern und dem Repräsentantenhaus. Es seien Projekte abgeschlossen worden, die ein bleibendes Vermächtnis hinterlassen und das Land verändern würden.

    Lefteris Christoforou erklärte seinerseits, Zypern habe die Ziele seines Aufbau- und Resilienzplans im Umfang von 1,02 Milliarden Euro erfolgreich erfüllt. Er gratulierte dem Präsidenten, der Regierung, den politischen Parteien und dem öffentlichen Dienst zu ihrem Beitrag. Zudem sagte er, Zypern habe die Mittel aus dem vorherigen mehrjährigen Finanzrahmen vollständig ausgeschöpft.

    3,5 Milliarden Euro als zentrale Investitionsperspektive

    Die Zahl von rund 3,5 Milliarden Euro ist für Zypern von erheblicher Bedeutung. Für ein kleines Land stellt ein solches Volumen eine wichtige finanzielle Grundlage dar, um Infrastruktur, öffentliche Dienstleistungen, Reformen und Entwicklungsprojekte voranzubringen.

    Christodoulides stellte die Summe ausdrücklich in den Zusammenhang konkreter Projekte. Es geht nicht um abstrakte Finanzzuweisungen, sondern um Vorhaben, die in Zypern umgesetzt werden sollen. Besonders wichtig ist dabei der Hinweis, dass diese Projekte den Alltag der Bürger verbessern sollen.

    Damit wird der europäische Finanzrahmen auf eine sehr praktische Ebene heruntergebrochen. EU-Mittel sollen nicht nur in Zahlen und Verwaltungsberichten erscheinen, sondern in Straßen, Gebäuden, digitalen Diensten, Infrastruktur, öffentlichen Leistungen, ländlicher Entwicklung, wirtschaftlicher Modernisierung und konkreten Verbesserungen für Menschen sichtbar werden.

    Neuer mehrjähriger EU-Finanzrahmen im Mittelpunkt

    Das Treffen im Präsidentenpalast drehte sich um den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union. Der Multiannual Financial Framework legt fest, wie die EU ihre Mittel über mehrere Jahre verteilt und welche finanziellen Spielräume den Mitgliedstaaten für unterschiedliche Programme zur Verfügung stehen.

    Christodoulides sagte, das Ziel sei eine Einigung bis Ende 2026. Diese zeitliche Vorgabe ist wichtig, weil Mitgliedstaaten Planungssicherheit benötigen. Je früher klar ist, welche Mittel verfügbar sind, desto besser können Regierungen Programme vorbereiten, Projekte priorisieren und Verwaltungsprozesse organisieren.

    Nach den derzeitigen Hinweisen könnte die Finanzierung für Zypern steigen. Das würde dem Land zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, Entwicklungsprojekte umzusetzen und EU-Programme stärker für nationale Prioritäten zu nutzen.

    Projekte müssen rechtzeitig vorbereitet sein

    Der Präsident betonte, dass die Projekte reif sein und spätestens bis September 2027 vom Ministerrat genehmigt werden müssen. Diese Aussage zeigt, dass der Zugang zu EU-Mitteln nicht automatisch bedeutet, dass Geld ohne Vorbereitung fließt.

    Projekte müssen geplant, ausgearbeitet, geprüft, genehmigt und verwaltungsrechtlich vorbereitet werden. Sie müssen bestimmte Kriterien erfüllen, Fristen einhalten und umsetzbar sein. Fehlende Reife kann dazu führen, dass Mittel nicht rechtzeitig genutzt werden können.

    Deshalb ist die Vorbereitung entscheidend. Wenn Zypern rund 3,5 Milliarden Euro für Projekte nutzen will, braucht es eine Pipeline an konkreten, genehmigungsfähigen Vorhaben. Die Frist bis September 2027 setzt hier einen klaren zeitlichen Rahmen.

    Alltag der Bürger als Zielgröße

    Christodoulides betonte, dass die Projekte auch darauf abzielen sollen, den Alltag der Bürger zu verbessern. Diese Formulierung ist politisch bedeutsam, weil sie die Verwendung europäischer Mittel an konkrete Lebensqualität bindet.

    Für Bürgerinnen und Bürger ist EU-Finanzierung oft schwer greifbar. Zahlen wie 3,5 Milliarden Euro oder Absorptionsraten von 97,3 Prozent wirken technisch. Entscheidend ist jedoch, ob daraus bessere Dienstleistungen, modernere Infrastruktur, schnellere Verwaltung, bessere Verkehrswege, stärkere Resilienz oder wirtschaftliche Chancen entstehen.

    Der Präsident versucht daher, die Mittelaufnahme nicht nur als Verwaltungserfolg, sondern als gesellschaftlichen Nutzen darzustellen.

    Aufbau- und Resilienzplan mit hoher Mittelaufnahme

    Ein zentraler Punkt der Erklärung war der zyprische Recovery and Resilience Plan. Dieser hat ein Volumen von 1,02 Milliarden Euro. Nach der letzten Zahlung, die im Dezember erwartet wird, soll die Absorptionsrate 97,3 Prozent erreichen.

    Eine solche Quote wäre nach Angaben des Präsidenten eine der höchsten unter den EU-Mitgliedstaaten. Dies ist für die Regierung ein wichtiges Argument, weil es zeigt, dass Zypern in der Lage ist, europäische Mittel erfolgreich abzurufen und umzusetzen.

    Die Absorptionsrate ist ein entscheidender Maßstab in der EU-Förderpolitik. Sie zeigt, wie viel der verfügbaren Mittel tatsächlich genutzt wird. Eine hohe Quote bedeutet, dass Projekte vorbereitet, genehmigt, umgesetzt und abgerechnet werden konnten.

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Frühere Sorgen laut Präsident widerlegt

Christodoulides sagte, die Zahlen widerlegten frühere Bedenken, Zypern könne bei der Aufnahme der Mittel hinterherhinken. Diese Aussage verweist darauf, dass es offenbar zuvor Zweifel an der Fähigkeit des Landes gegeben hatte, alle verfügbaren Gelder rechtzeitig zu nutzen.

Solche Sorgen sind in EU-Programmen nicht ungewöhnlich. Viele Mitgliedstaaten haben Schwierigkeiten, Mittel vollständig und fristgerecht abzurufen, weil Projekte komplex sind, Verwaltungsverfahren lange dauern oder Kapazitäten fehlen.

Die erwartete Quote von 97,3 Prozent stellt daher aus Sicht des Präsidenten einen Beleg dafür dar, dass Zypern diese Herausforderung erfolgreich bewältigt hat.

Dank an Ministerien, Finanzministerium und Partner

Der Präsident dankte den beteiligten Ministerien, insbesondere dem Finanzministerium, sowie dem Secretariat, das den Plan überwacht. Er erwähnte außerdem Sozialpartner und das Repräsentantenhaus.

Diese breite Danksagung zeigt, dass die Umsetzung des Aufbau- und Resilienzplans nicht allein Aufgabe einer einzelnen Stelle war. EU-Projekte erfordern Zusammenarbeit zwischen Ministerien, Verwaltung, Parlament, Sozialpartnern und anderen Akteuren.

Das Finanzministerium spielt dabei eine besonders wichtige Rolle, weil es für Haushaltsfragen, Finanzplanung und viele Koordinierungsaufgaben zuständig ist. Das zuständige Secretariat überwacht die Umsetzung des Plans. Das Repräsentantenhaus ist relevant, wenn Gesetze, Reformen oder Genehmigungen erforderlich sind.

Projekte mit bleibendem Vermächtnis

Christodoulides sagte, es seien Projekte abgeschlossen worden, die ein bleibendes Vermächtnis hinterlassen und das Land verändern. Diese Formulierung gibt den EU-finanzierten Maßnahmen eine langfristige Bedeutung.

Ein bleibendes Vermächtnis bedeutet, dass Projekte nicht nur kurzfristige Ausgaben darstellen, sondern dauerhafte Wirkung entfalten. Sie sollen Infrastruktur, Institutionen, Dienstleistungen oder wirtschaftliche Grundlagen verbessern.

Die Pressemitteilung nennt keine einzelnen Projekte. Daher lässt sich nicht konkretisieren, welche Vorhaben der Präsident meinte. Wichtig ist jedoch die politische Botschaft: Die Regierung sieht die EU-Mittel als Instrument nachhaltiger Transformation.

Rolle des Europäischen Rechnungshofes

Christodoulides betonte auch die Bedeutung des Europäischen Rechnungshofes und äußerte die Zuversicht, dass dessen Unterstützung weiter dazu beitragen werde, dass Zypern „keinen einzigen Euro“ verliert.

Der Europäische Rechnungshof prüft die Verwendung von EU-Mitteln und spielt eine wichtige Rolle bei Kontrolle, Transparenz und ordnungsgemäßer Mittelverwendung. Für Mitgliedstaaten ist die Zusammenarbeit mit europäischen Kontrollinstitutionen wichtig, damit Programme rechtmäßig und wirksam umgesetzt werden.

Die Aussage des Präsidenten zeigt, dass Zypern nicht nur möglichst viele Mittel erhalten und ausgeben will, sondern diese auch korrekt und ohne Verlust nutzen möchte.

Christoforou lobt Erfüllung der Ziele

Lefteris Christoforou sagte, Zypern habe die Ziele seines 1,02 Milliarden Euro umfassenden Aufbau- und Resilienzplans erfolgreich erfüllt. Er gratulierte dem Präsidenten, der Regierung, den politischen Parteien und dem öffentlichen Dienst zu ihrem Beitrag.

Diese Aussage unterstreicht den partei- und institutionenübergreifenden Charakter der Umsetzung. EU-Finanzierung ist häufig ein langfristiger Prozess, der mehrere Regierungsstellen und politische Ebenen einbezieht. Wenn die Ziele erfüllt werden, ist dies nicht nur ein Regierungserfolg, sondern auch ein Verwaltungserfolg.

Christoforou hob zudem hervor, dass das Geld letztlich der Gesellschaft und den Bürgern zugutekommt. Damit greift er dieselbe Grundidee auf wie der Präsident: EU-Mittel sollen konkrete Wirkung für die Bevölkerung entfalten.

Vollständige Ausschöpfung des vorherigen Finanzrahmens

Christoforou sagte außerdem, Zypern habe die Mittel aus dem vorherigen mehrjährigen Finanzrahmen vollständig absorbiert. Das ist ein wichtiger Hinweis auf die bisherige Leistungsfähigkeit des Landes bei der Nutzung europäischer Gelder.

Eine vollständige Ausschöpfung bedeutet, dass Zypern die verfügbaren Mittel nicht ungenutzt verfallen ließ. Dies stärkt die Position des Landes in künftigen Finanzverhandlungen und zeigt, dass nationale Verwaltungsstrukturen EU-Programme wirksam umsetzen können.

Gerade vor dem Hintergrund des nächsten Finanzrahmens ist dieser Punkt relevant. Ein Staat, der Mittel effizient nutzt, kann glaubwürdiger argumentieren, dass zusätzliche Mittel sinnvoll eingesetzt werden.

2021–2027: 442 Millionen Euro von 1,3 Milliarden gezogen

Im laufenden Finanzrahmen 2021–2027 hat Zypern nach Angaben Christoforous bisher 442 Millionen Euro aus insgesamt 1,3 Milliarden Euro abgerufen. Das entspricht 35 Prozent.

Im Vergleich dazu liegt der EU-Durchschnitt bei 29 Prozent. Zypern liegt also über dem europäischen Durchschnitt. Diese Zahlen zeigen, dass das Land im laufenden Rahmen bislang schneller oder effektiver Mittel abruft als viele andere Mitgliedstaaten.

Gleichzeitig bedeutet eine Quote von 35 Prozent, dass noch ein erheblicher Teil der Mittel aus dem laufenden Rahmen verfügbar ist. Die weitere Umsetzung wird daher in den kommenden Jahren wichtig bleiben.

Landwirtschaft und ländliche Entwicklung besonders stark

Bei Mitteln für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung liegt die Absorptionsrate Zyperns bei 45 Prozent. Der EU-Durchschnitt liegt bei 25 Prozent.

Dieser Unterschied ist deutlich. Er zeigt, dass Zypern in diesem Bereich besonders effektiv Mittel nutzt. Landwirtschaft und ländliche Entwicklung sind für Zypern wichtig, auch wenn das Land stark dienstleistungsorientiert ist. Ländliche Regionen, landwirtschaftliche Betriebe, Umweltmaßnahmen, Infrastruktur und regionale Entwicklung können von diesen Mitteln profitieren.

Die hohe Aufnahmequote kann darauf hindeuten, dass Programme in diesem Bereich gut vorbereitet sind und Nachfrage besteht.

EU-Mittel als Instrument gesellschaftlichen Nutzens

Christoforou betonte, dass die Zahlen die Effektivität Zyperns bei der Nutzung von EU-Mitteln zeigen. Gleichzeitig hob er hervor, dass das Geld letztlich der Gesellschaft und den Bürgern zugutekommt.

Dieser Punkt ist entscheidend. EU-Mittel sind kein Selbstzweck. Ihre Bedeutung liegt darin, dass sie Projekte ermöglichen, die ohne diese Finanzierung schwieriger oder langsamer umsetzbar wären.

Wenn Gelder in Infrastruktur, Reformen, digitale Transformation, Resilienz, Landwirtschaft, ländliche Entwicklung oder soziale Verbesserungen fließen, können sie konkrete Wirkungen im Alltag entfalten. Genau diese Verbindung zwischen europäischen Finanzinstrumenten und Bürgernutzen steht im Zentrum der Aussagen von Christodoulides und Christoforou.

Zypern im europäischen Vergleich

Die genannten Absorptionsraten zeigen Zypern im europäischen Vergleich in einer starken Position. Beim laufenden Finanzrahmen liegt die Aufnahmequote bei 35 Prozent gegenüber 29 Prozent im EU-Durchschnitt. Bei Landwirtschaft und ländlicher Entwicklung erreicht Zypern 45 Prozent gegenüber 25 Prozent im EU-Durchschnitt.

Auch die erwartete Quote von 97,3 Prozent beim Aufbau- und Resilienzplan zählt laut Präsident zu den höchsten unter den EU-Staaten.

Diese Werte sind politisch wichtig, weil sie zeigen sollen, dass Zypern europäische Ressourcen effektiv nutzen kann. Für die Regierung ist dies ein Argument für Kompetenz, Planung und Umsetzungskraft.

Herausforderungen bleiben trotz positiver Zahlen

Trotz der positiven Zahlen bleiben Herausforderungen. Die kommenden Projekte müssen reif sein und bis September 2027 vom Ministerrat genehmigt werden. Das erfordert rechtzeitige Planung, klare Prioritäten und effiziente Verwaltung.

Auch die Umsetzung selbst ist anspruchsvoll. EU-finanzierte Projekte müssen nicht nur genehmigt, sondern tatsächlich durchgeführt, kontrolliert und abgeschlossen werden. Verzögerungen, Kostensteigerungen oder Verwaltungsprobleme können Risiken darstellen.

Die Pressemitteilung nennt keine konkreten Risiken. Doch aus der Betonung der Projektreife ergibt sich, dass die Regierung den Vorbereitungsprozess als entscheidend betrachtet.

Bedeutung der Frist September 2027

Die Frist bis September 2027 ist ein zentrales Element. Bis dahin müssen Projekte nach Angaben des Präsidenten spätestens vom Ministerrat genehmigt sein.

Diese Frist schafft Druck, kann aber auch Planung disziplinieren. Ministerien und Behörden müssen Projekte rechtzeitig zur Entscheidungsreife bringen. Dazu gehören Studien, Budgetierung, Genehmigungen, Abstimmungen und Priorisierung.

Je besser diese Vorbereitung gelingt, desto größer ist die Chance, dass Zypern die verfügbaren Mittel tatsächlich ausschöpfen kann.

Verbindung von nationaler Planung und EU-Finanzierung

Die Aussagen des Präsidenten zeigen, wie eng nationale Planung und europäische Finanzierung verbunden sind. EU-Mittel stehen nicht isoliert zur Verfügung. Sie müssen in nationale Strategien, Programme und Projekte eingebettet werden.

Wenn die Regierung Projekte auswählt, muss sie überlegen, welche Vorhaben den größten Nutzen bringen, welche EU-Kriterien erfüllen, welche schnell genug umsetzbar sind und welche langfristig Wirkung entfalten.

Die erwarteten 3,5 Milliarden Euro sind daher nicht nur eine finanzielle Chance, sondern auch eine Planungsaufgabe.

Mögliche Wirkung auf Infrastruktur und Modernisierung

Die Pressemitteilung nennt keine einzelnen Projekte, sagt jedoch, dass die Mittel für Projekte eingesetzt werden sollen, die in Zypern umgesetzt werden und den Alltag der Bürger verbessern. Daraus ergibt sich eine breite mögliche Wirkung.

Solche Projekte können je nach Programm und Prioritäten unterschiedliche Bereiche betreffen: Infrastruktur, digitale Dienste, öffentliche Verwaltung, Umwelt, Energie, Landwirtschaft, Verkehr, Bildung, Gesundheit oder regionale Entwicklung. Da die Mitteilung keine konkrete Liste enthält, bleibt die genaue Verteilung offen.

Wichtig ist der Rahmen: Die EU-Mittel sollen Veränderungen ermöglichen, die über kurzfristige Ausgaben hinausreichen.

Vertrauen in ordnungsgemäße Mittelverwendung

Die Betonung des Europäischen Rechnungshofes zeigt, dass Kontrolle und ordnungsgemäße Mittelverwendung ein wichtiger Bestandteil der Diskussion sind. Gerade bei großen Summen müssen Transparenz, Prüfungen und Einhaltung der Regeln gewährleistet sein.

Wenn Zypern sicherstellen will, „keinen einzigen Euro“ zu verlieren, bedeutet dies, dass Projekte nicht nur politisch gewollt, sondern auch verwaltungstechnisch sauber umgesetzt werden müssen.

Ordnungsgemäße Mittelverwendung stärkt Vertrauen in staatliche Institutionen und in die Fähigkeit des Landes, europäische Gelder verantwortungsvoll zu nutzen.

Die Rolle des öffentlichen Dienstes

Christoforou gratulierte auch dem öffentlichen Dienst. Das ist wichtig, weil Verwaltungskapazität für EU-Mittel entscheidend ist.

Beamte und Fachstellen müssen Ausschreibungen vorbereiten, Projekte prüfen, Anträge bearbeiten, Fristen einhalten, Berichte erstellen und mit EU-Institutionen kommunizieren. Ohne funktionsfähige Verwaltung können selbst große finanzielle Zusagen nicht wirksam genutzt werden.

Die gute Absorptionsrate zeigt nach Darstellung der Beteiligten, dass der öffentliche Dienst eine wichtige Rolle bei der Umsetzung gespielt hat.

Politische Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Christoforou erwähnte neben Regierung und öffentlichem Dienst auch die politischen Parteien. Das deutet darauf hin, dass die Nutzung europäischer Mittel parteiübergreifende Zusammenarbeit oder zumindest institutionelle Unterstützung erfordert.

Viele EU-finanzierte Vorhaben brauchen Gesetze, Haushaltsentscheidungen oder parlamentarische Zustimmung. Wenn politische Blockaden auftreten, können Projekte verzögert werden. Eine funktionierende Zusammenarbeit erleichtert daher die Umsetzung.

Die Pressemitteilung stellt die Mittelaufnahme als gemeinsamen Erfolg dar, nicht nur als Leistung einzelner Regierungsstellen.

Ein positives Signal vor dem neuen Finanzrahmen

Die guten Absorptionszahlen kommen zu einem wichtigen Zeitpunkt. Während über den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen gesprochen wird, kann Zypern auf seine bisherigen Erfolge verweisen.

Die vollständige Ausschöpfung des vorherigen Rahmens, die überdurchschnittliche Aufnahme im laufenden Rahmen und die hohe erwartete Quote beim Aufbau- und Resilienzplan stärken die Argumentation, dass Zypern zusätzliche oder höhere Mittel effektiv nutzen kann.

Dies könnte politisch wichtig sein, wenn es darum geht, die künftige Finanzierung für das Land zu sichern.

Keine Details zu einzelnen Projekten

Die CNA-Meldung enthält keine Liste konkreter Projekte, die mit den erwarteten 3,5 Milliarden Euro finanziert werden sollen. Auch die genaue Aufteilung nach Sektoren wird nicht genannt.

Offen bleiben daher unter anderem:

  • welche Projekte konkret geplant sind,

  • welche Sektoren Priorität erhalten,

  • wie viel in Infrastruktur fließen soll,

  • welche Maßnahmen den Alltag der Bürger verbessern sollen,

  • welche Mittel aus welchem EU-Instrument stammen,

  • wie sich nationale und europäische Finanzierung ergänzen,

  • ob bestimmte Regionen besonders profitieren,

  • welche Projekte bis September 2027 bereits reif sind.

Der Artikel beschränkt sich daher auf die gesicherten Aussagen der Pressemitteilung.

Überblick über die wichtigsten Zahlen

Die wichtigsten Zahlen aus der Mitteilung lauten:

Zypern erwartet rund 3,5 Milliarden Euro für Projekte in den kommenden drei Jahren.

Die Projekte müssen spätestens bis September 2027 vom Ministerrat genehmigt sein.

Der Aufbau- und Resilienzplan Zyperns hat ein Volumen von 1,02 Milliarden Euro.

Nach der letzten Zahlung im Dezember soll die Absorptionsrate des Aufbau- und Resilienzplans 97,3 Prozent erreichen.

Im Finanzrahmen 2021–2027 hat Zypern bisher 442 Millionen Euro von insgesamt 1,3 Milliarden Euro abgerufen.

Das entspricht einer Aufnahmequote von 35 Prozent, verglichen mit einem EU-Durchschnitt von 29 Prozent.

Bei Landwirtschafts- und ländlichen Entwicklungsmitteln liegt Zyperns Absorptionsrate bei 45 Prozent, verglichen mit einem EU-Durchschnitt von 25 Prozent.

Zypern hat nach Angaben Christoforous die Mittel des vorherigen mehrjährigen Finanzrahmens vollständig ausgeschöpft.

Fazit: Zypern sieht große Investitionschance durch EU-Mittel

Zypern erwartet in den kommenden drei Jahren rund 3,5 Milliarden Euro für Projekte im Land. Präsident Nikos Christodoulides erklärte im Präsidentenpalast, dass diese Mittel auch für Vorhaben eingesetzt werden sollen, die den Alltag der Bürgerinnen und Bürger verbessern.

Der nächste mehrjährige Finanzrahmen der Europäischen Union steht dabei im Mittelpunkt. Ziel ist eine Einigung bis Ende 2026. Nach aktuellen Hinweisen könnte die Finanzierung für Zypern steigen. Entscheidend ist jedoch, dass die Projekte rechtzeitig vorbereitet sind und spätestens bis September 2027 vom Ministerrat genehmigt werden.

Die Aussagen des Präsidenten werden durch positive Zahlen zur bisherigen Nutzung von EU-Mitteln ergänzt. Beim zyprischen Aufbau- und Resilienzplan wird nach der erwarteten letzten Zahlung im Dezember eine Absorptionsrate von 97,3 Prozent erwartet. Dies wäre eine der höchsten Quoten unter den EU-Mitgliedstaaten. Der Plan hat ein Volumen von 1,02 Milliarden Euro.

Auch im laufenden Finanzrahmen 2021–2027 liegt Zypern über dem EU-Durchschnitt. Bisher wurden 442 Millionen Euro von insgesamt 1,3 Milliarden Euro abgerufen. Das entspricht 35 Prozent, verglichen mit 29 Prozent im EU-Durchschnitt. Bei Landwirtschaft und ländlicher Entwicklung liegt Zypern mit 45 Prozent sogar deutlich über dem EU-Durchschnitt von 25 Prozent.

Lefteris Christoforou vom Europäischen Rechnungshof erklärte, Zypern habe die Ziele seines Aufbau- und Resilienzplans erfolgreich erfüllt und die Mittel des vorherigen mehrjährigen Finanzrahmens vollständig ausgeschöpft. Die Zahlen zeigten, dass Zypern EU-Mittel wirksam nutzen könne.

Für die Regierung ist dies ein wichtiges Signal: Zypern will nicht nur europäische Mittel erhalten, sondern sie vollständig, korrekt und mit sichtbarem Nutzen für Gesellschaft und Bürger einsetzen. Die kommenden drei Jahre werden zeigen, ob die erwarteten 3,5 Milliarden Euro in reife, genehmigte und wirksame Projekte umgesetzt werden können.

Quelle CYPRUS NEWS AGENCY (CNA)

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