Christodoulides und Erhürman treffen sich erneut unter UN-Schirmherrschaft in Nikosia

Christodoulides und Erhürman treffen sich erneut unter UN-Schirmherrschaft in Nikosia

  • Präsident Nikos Christodoulides trifft sich heute um 15:30 Uhr mit dem türkisch-zyprischen Führer Tufan Erhürman in den UN-Büros am ehemaligen Flughafen von Nikosia in der Pufferzone.

  • Christodoulides sagte, es gebe ein „Zeitfenster der Gelegenheit“, das genutzt werden müsse, um die Verhandlungen zur Zypernfrage wieder aufzunehmen.

  • Ziel sei laut Präsident die Wiederaufnahme der Gespräche dort, wo sie 2017 in Crans-Montana aufgehört haben.

  • Die Vereinten Nationen haben laut Christodoulides das Konvergenzdokument abgeschlossen, das als Grundlage für neue Verhandlungen dienen soll.

  • Der Präsident verwies außerdem auf sein 19-Punkte-Paket mit neuen konkreten Vorschlägen zu Methodik, Substanz und vertrauensbildenden Maßnahmen, das von den UN positiv aufgenommen worden sei.

Präsident sieht „Zeitfenster der Gelegenheit“ für Wiederaufnahme der Zypern-Verhandlungen ab dem Stand von 2017

Der Präsident der Republik Zypern, Nikos Christodoulides, trifft sich am Dienstag um 15:30 Uhr mit dem türkisch-zyprischen Führer Tufan Erhürman. Das Treffen findet in den Büros der United Nations Good Offices Mission am ehemaligen Flughafen von Nikosia statt, innerhalb der von den Vereinten Nationen kontrollierten Pufferzone. Es ist ein weiterer diplomatischer Schritt in den Bemühungen, den seit Jahren festgefahrenen Verhandlungsprozess zur Lösung der Zypernfrage wiederzubeleben.

Christodoulides erklärte am Montag nach einem Treffen mit dem Bürgermeister von Morphou im Präsidentenpalast, seine Seite arbeite daran, das derzeitige „Zeitfenster der Gelegenheit“ in eine Wiederaufnahme der Verhandlungen umzuwandeln. Aus Sicht des Präsidenten gibt es nur eine konkrete Entwicklung, die diesem Ziel entsprechen würde: die Wiederaufnahme der Gespräche genau dort, wo sie im Jahr 2017 aufgehört haben.

Diese Aussage ist politisch bedeutsam. Sie zeigt, dass Nikosia nicht einfach neue, lose Gespräche anstrebt, sondern eine Rückkehr zu einem strukturierten Verhandlungsprozess auf Grundlage des bisherigen UN-Rahmens und der bis 2017 erreichten Verhandlungsergebnisse. Die letzte große Gesprächsrunde fand im Juli 2017 im Schweizer Ferienort Crans-Montana statt und endete ohne Ergebnis.

Der Präsident sagte, das heutige Treffen mit Tufan Erhürman sei auf Initiative der griechisch-zyprischen Seite zustande gekommen. Ziel sei es, konkreter darüber zu sprechen, wie die Wiederaufnahme der Verhandlungen erreicht werden könne. Gleichzeitig verwies Christodoulides auf eine nach seiner Darstellung positive Entwicklung: Die Vereinten Nationen hätten das Dokument über die Konvergenzen abgeschlossen. Dieses Dokument werde die Grundlage für die Wiederaufnahme der Verhandlungen bilden.

Ebenfalls verwies der Präsident auf ein 19-Punkte-Paket, das er dem türkisch-zyprischen Führer bei ihrem letzten Treffen vorgelegt hatte. Dieses Paket enthalte neue und sehr konkrete Vorschläge, die sich von früheren Vorschlägen unterschieden, welche von der türkischen Seite nicht positiv aufgenommen worden seien. Christodoulides betonte, seine Seite verstecke sich nicht hinter Positionen, von denen bekannt sei, dass sie bereits abgelehnt wurden. Stattdessen habe man neue Vorschläge und Ideen zu Methodik, Substanz und vertrauensbildenden Maßnahmen eingebracht.

Treffen in der UN-Pufferzone am ehemaligen Flughafen Nikosia

Der Ort des Treffens ist symbolisch und politisch bedeutsam. Die Büros der United Nations Good Offices Mission befinden sich am ehemaligen Flughafen von Nikosia, innerhalb der von den Vereinten Nationen kontrollierten Pufferzone. Diese Zone steht sinnbildlich für die seit 1974 bestehende Teilung der Insel, aber auch für die anhaltende Rolle der Vereinten Nationen als Vermittler im Zypernproblem.

Dass Christodoulides und Erhürman dort zusammentreffen, unterstreicht den UN-Rahmen des Prozesses. Es handelt sich nicht um ein bloß bilaterales Treffen ohne internationale Einbettung. Die Begegnung findet in einem institutionellen Kontext statt, der seit Jahrzehnten mit den Bemühungen um eine Lösung verbunden ist.

Der ehemalige Flughafen von Nikosia ist selbst ein starkes Symbol der Teilung. Einst war er ein zentraler Verkehrsknotenpunkt der Insel, heute liegt er in der Pufferzone. Ein Treffen dort erinnert daran, wie tief die politische Trennung in die Infrastruktur, Geografie und Erinnerung Zyperns eingeschrieben ist.

Ziel: Wiederaufnahme der Gespräche ab 2017

Christodoulides formulierte das Ziel klar: Die Verhandlungen sollen dort wieder aufgenommen werden, wo sie 2017 aufgehört haben. Diese Aussage ist ein Kernpunkt seiner aktuellen politischen Botschaft.

Damit lehnt der Präsident indirekt eine völlige Neudefinition des Prozesses ab. Aus seiner Sicht gibt es bereits einen Verhandlungsstand, auf dem aufgebaut werden kann. Die Wiederaufnahme soll nicht bei null beginnen, sondern an die früheren Ergebnisse, Konvergenzen und Diskussionen anknüpfen.

Das Jahr 2017 ist dabei zentral. Die Gespräche in Crans-Montana waren die jüngste umfassende UN-geführte Verhandlungsrunde. Ihr ergebnisloses Ende hinterließ einen schwierigen diplomatischen Zustand. Seitdem besteht die Herausforderung darin, einen Weg zurück zu substantiellen Gesprächen zu finden.

„Zeitfenster der Gelegenheit“

Der Präsident sprach von einem „Zeitfenster der Gelegenheit“, das weiterhin bearbeitet werde, um konkrete Entwicklungen zu erreichen. Diese Formulierung deutet auf eine Phase hin, in der diplomatische Bewegung möglich erscheint, aber noch nicht gesichert ist.

Ein Zeitfenster bedeutet, dass es eine Chance gibt, die genutzt werden muss, bevor sie sich wieder schließt. Im aktuellen Kontext hängt dies mit mehreren Faktoren zusammen: der Rolle des amtierenden UN-Generalsekretärs António Guterres, dem Engagement seiner persönlichen Gesandten María Angela Holguín, dem neuen Treffen mit Tufan Erhürman, dem abgeschlossenen Konvergenzdokument und dem von Christodoulides vorgelegten 19-Punkte-Paket.

Christodoulides sagte, der derzeitige UN-Generalsekretär habe ihnen gegenüber vermittelt, dass er dieses Zeitfenster vollständig nutzen wolle. Zugleich erklärte der Präsident, Zypern stehe auch mit Kandidaten für das Amt des nächsten UN-Generalsekretärs in Kontakt.

Bedeutung des aktuellen UN-Generalsekretärs

António Guterres, dessen Amtszeit sich dem Ende nähert, hatte angekündigt, nach ausreichender Vorbereitung ein weiteres Treffen in breiterem Format einzuberufen. Einen Zeitplan nannte er nicht. Nach der CNA-Meldung sicherte er dafür die Zustimmung beider Seiten und der Garantiemächte.

Für Christodoulides ist die verbleibende Amtszeit des amtierenden UN-Generalsekretärs offenbar ein wichtiger Faktor. Der Präsident sagte, man hoffe, innerhalb dieser Zeit Fortschritte zu erzielen. Gleichzeitig beobachtet Nikosia bereits die mögliche Nachfolge und führt Kontakte mit Kandidaten für das Amt des nächsten UN-Generalsekretärs.

Diese doppelte Strategie zeigt, dass die Republik Zypern sowohl kurzfristig als auch langfristig denkt. Kurzfristig soll das bestehende Fenster unter Guterres genutzt werden. Langfristig will Nikosia sicherstellen, dass auch eine künftige UN-Führung die Zypernfrage und den bestehenden Rahmen angemessen behandelt.

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UN-Dokument über Konvergenzen abgeschlossen

Eine der wichtigsten Aussagen des Präsidenten betrifft das Dokument über die Konvergenzen. Christodoulides sagte, die Vereinten Nationen hätten dieses Dokument abgeschlossen. Es werde die Grundlage für die Wiederaufnahme der Verhandlungen bilden.

Konvergenzen sind Punkte, bei denen sich die beiden Seiten in früheren Verhandlungen angenähert haben. In einem so langen und komplexen Friedensprozess wie dem Zypernproblem sind solche Konvergenzen besonders wichtig. Sie verhindern, dass jede neue Gesprächsrunde wieder von vorne beginnen muss. Sie halten fest, wo bereits Annäherungen erzielt wurden und wo ein möglicher Prozess weiterarbeiten könnte.

Dass die Vereinten Nationen ein solches Dokument abgeschlossen haben, bezeichnete Christodoulides als positive Entwicklung. Aus Sicht der griechisch-zyprischen Seite kann es helfen, den Prozess zu strukturieren und die Wiederaufnahme der Verhandlungen auf eine konkrete Grundlage zu stellen.

Konvergenzdokument als Grundlage statt Neubeginn

Die Bedeutung des Konvergenzdokuments liegt darin, dass es den bisherigen Stand des Prozesses sichtbar machen kann. Wenn beide Seiten und die Vereinten Nationen auf dokumentierte Annäherungen zurückgreifen, entsteht ein anderer Ausgangspunkt als bei einem völligen Neustart.

Für Nikosia ist dies offenbar entscheidend. Christodoulides spricht nicht von neuen Gesprächen ohne Bezug zur Vergangenheit, sondern von einer Wiederaufnahme ab dem Stand von 2017. Das Konvergenzdokument passt genau in diese Logik.

Es kann als Arbeitsgrundlage dienen, um festzustellen, welche Fragen bereits weitgehend behandelt wurden, wo Differenzen bestehen und welche Punkte im nächsten Schritt vertieft werden müssen. Es ersetzt keine Verhandlungen, kann aber ihre Struktur verbessern.

19-Punkte-Paket mit neuen Vorschlägen

Neben dem Konvergenzdokument verwies Christodoulides auf ein 19-Punkte-Paket, das er dem türkisch-zyprischen Führer beim letzten Treffen vorgelegt hatte. Er betonte, dieses Paket enthalte neue und sehr konkrete Vorschläge.

Diese Vorschläge unterscheiden sich nach Angaben des Präsidenten von früheren Vorschlägen, die von der türkischen Seite nicht positiv aufgenommen worden waren. Damit will Christodoulides offenbar zeigen, dass seine Seite nicht lediglich bekannte Positionen wiederholt, sondern neue Ansätze einbringt.

Der Präsident sagte ausdrücklich, man verstecke sich nicht hinter Positionen, von denen bekannt sei, dass sie bereits abgelehnt wurden. Stattdessen habe man neue Vorschläge und neue Ideen zu Methodik, Substanz und vertrauensbildenden Maßnahmen vorgelegt.

Methodik, Substanz und vertrauensbildende Maßnahmen

Die drei Bereiche, die Christodoulides nannte, sind bedeutsam: Methodik, Substanz und vertrauensbildende Maßnahmen.

Methodik betrifft die Art und Weise, wie der Prozess geführt werden soll. Dazu können Fragen gehören wie Gesprächsformat, Reihenfolge der Themen, Rolle der Vereinten Nationen, Vorbereitung von Treffen oder Dokumentation von Ergebnissen.

Substanz betrifft die eigentlichen Inhalte einer möglichen Lösung. Hier geht es um die zentralen politischen Fragen des Zypernproblems.

Vertrauensbildende Maßnahmen betreffen Schritte, die auch vor einer umfassenden Lösung Vertrauen schaffen, Spannungen reduzieren oder praktische Verbesserungen ermöglichen können.

Dass das 19-Punkte-Paket alle drei Ebenen umfasst, zeigt den Anspruch, nicht nur über Endlösungen zu sprechen, sondern auch über den Weg dorthin und über Zwischenmaßnahmen.

Positive Aufnahme durch die Vereinten Nationen

Christodoulides sagte, er freue sich, dass die neuen Vorschläge und Ideen von den Vereinten Nationen positiv aufgenommen worden seien. Er stellte dies in Verbindung mit dem Ansatz des UN-Generalsekretärs in New York.

Diese Aussage soll zeigen, dass die griechisch-zyprische Seite nicht isoliert argumentiert, sondern ihre Ideen in einem UN-Rahmen vorgelegt hat und dort auf Zustimmung oder zumindest positive Resonanz gestoßen ist.

Die CNA-Meldung nennt keine Details darüber, welche Punkte des 19-Punkte-Pakets besonders positiv aufgenommen wurden. Daher kann der Artikel keine konkreten Inhalte hinzufügen. Entscheidend ist die politische Aussage: Die griechisch-zyprische Seite sieht ihre neuen Ideen durch die Reaktion der UN ermutigt.

Initiative der griechisch-zyprischen Seite

Der Präsident sagte, das heutige Treffen sei auf Initiative seiner Seite arrangiert worden. Auch das ist politisch relevant.

Damit will Christodoulides offenbar unterstreichen, dass Nikosia aktiv auf Dialog drängt. Das Treffen soll nicht als zufällige oder nur von außen angestoßene Begegnung erscheinen, sondern als bewusster Schritt der griechisch-zyprischen Seite, um das Zeitfenster zu nutzen.

In einem Verhandlungsprozess ist Initiative wichtig. Sie zeigt Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und konkrete Schritte vorzuschlagen. Gleichzeitig erhöht sie den Erwartungsdruck, dass die andere Seite konstruktiv reagiert.

Treffen nach Gespräch mit Bürgermeister von Morphou

Die Aussagen des Präsidenten fielen nach einem Treffen mit dem Bürgermeister von Morphou im Präsidentenpalast. Morphou ist in der Zypernfrage symbolisch und politisch bedeutsam, auch wenn die CNA-Meldung keine weiteren Details zu diesem Treffen nennt.

Dass Christodoulides seine Aussagen nach diesem Gespräch machte, unterstreicht die Verbindung zwischen der nationalen Frage und den Gemeinden, die von der Teilung betroffen sind. Der Artikel sollte jedoch nicht über die Pressemitteilung hinaus spekulieren. Gesichert ist nur, dass die Aussagen nach dem Treffen im Präsidentenpalast gemacht wurden.

Hintergrund: Teilung Zyperns seit 1974

Zypern ist seit 1974 geteilt, nachdem die Türkei einmarschierte und das nördliche Drittel der Insel besetzte. Diese Teilung prägt bis heute die politische Realität der Republik Zypern und das Leben vieler Menschen auf der Insel.

Die CNA-Meldung erinnert daran, dass wiederholte Runden UN-geführter Friedensgespräche bislang zu keinem Ergebnis geführt haben, aufgrund türkischer Unnachgiebigkeit. Die letzte Runde in Crans-Montana im Juli 2017 endete ergebnislos.

Dieser historische Hintergrund ist notwendig, um die Bedeutung des Treffens zu verstehen. Jeder direkte Kontakt zwischen den beiden Führern steht im Schatten jahrzehntelanger gescheiterter Bemühungen, aber auch der weiterhin bestehenden Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des Prozesses.

Crans-Montana 2017 als Referenzpunkt

Christodoulides nannte ausdrücklich die Wiederaufnahme der Gespräche von dem Punkt aus, an dem sie 2017 aufgehört hatten. Damit wird Crans-Montana erneut zum zentralen Referenzpunkt.

Die Gespräche in der Schweiz waren der bisher letzte große Versuch, unter UN-Führung eine umfassende Lösung zu erreichen. Ihr Scheitern führte nicht zu einer endgültigen Aufgabe des Prozesses, aber zu einer längeren Phase ohne substanzielle Verhandlungen.

Wenn nun von einer Wiederaufnahme ab 2017 gesprochen wird, bedeutet das: Die bis dahin erzielten Annäherungen und offenen Fragen sollen nicht ignoriert werden. Der Prozess soll an den Stand anknüpfen, der damals erreicht war.

Breiteres Treffen nach ausreichender Vorbereitung

UN-Generalsekretär António Guterres hatte angekündigt, ein weiteres Treffen in breiterem Format einzuberufen, sobald ausreichend Vorbereitung erfolgt ist. Ein Zeitplan wurde nicht genannt.

Ein solches breiteres Format würde über ein bilaterales Treffen der beiden Führer hinausgehen. Die CNA-Meldung erwähnt, dass Guterres die Zustimmung beider Seiten und der Garantiemächte dafür gesichert hat.

Das heutige Treffen zwischen Christodoulides und Erhürman kann daher als Teil der Vorbereitung auf ein mögliches breiteres Format verstanden werden. Es soll offenbar helfen, die Voraussetzungen für einen weiteren Schritt zu klären.

Rolle von María Angela Holguín

María Angela Holguín, die persönliche Gesandte des UN-Generalsekretärs für Zypern, ist damit beauftragt, mit den Parteien in Kontakt zu treten. Ihre Rolle besteht darin, die Voraussetzungen für eine mögliche Wiederaufnahme des Prozesses auszuloten und mit den beteiligten Seiten zu arbeiten.

Die CNA-Meldung nennt sie im Kontext der aktuellen UN-Bemühungen. Ihre Arbeit ergänzt die direkten Kontakte zwischen den Führern und das Engagement des UN-Generalsekretärs.

Holguíns Rolle ist besonders wichtig, weil sie zwischen den Seiten vermitteln, Positionen aufnehmen und den Boden für ein breiteres Treffen vorbereiten kann.

Rolle der Europäischen Kommission

Auch die Europäische Kommission ist durch Executive Vice-President Raffaele Fitto eingebunden, der als Sondervertreter für Zypern tätig ist. Er folgt auf den früheren EU-Sondergesandten Johannes Hahn.

Die Einbindung der EU ist für Zypern wesentlich, weil die Republik Mitgliedstaat der Europäischen Union ist. Eine mögliche Lösung müsste mit dem EU-Rahmen vereinbar sein und hätte europäische Auswirkungen.

Die CNA-Meldung nennt keine Details zu Fittos aktueller Rolle im heutigen Treffen. Sie stellt jedoch klar, dass die Europäische Kommission weiterhin durch einen Sondervertreter in den Prozess eingebunden ist.

Ein Prozess mit mehreren Ebenen

Die aktuelle diplomatische Bewegung umfasst mehrere Ebenen: direkte Treffen zwischen den Führern, das UN-Konvergenzdokument, die Vorschläge der griechisch-zyprischen Seite, die Rolle des UN-Generalsekretärs, Holguíns Kontakte, die mögliche Einberufung eines breiteren Treffens und die europäische Einbindung.

Diese Mehrschichtigkeit zeigt, wie komplex der Prozess ist. Ein Treffen allein kann keine Lösung bringen, aber es kann Teil einer Kette von Schritten sein, die auf die Wiederaufnahme substantieller Verhandlungen abzielen.

Christodoulides versucht, diese Elemente miteinander zu verbinden: Initiative der griechisch-zyprischen Seite, UN-Grundlage, neues Vorschlagspaket und Ziel der Rückkehr zu den Gesprächen ab 2017.

Bedeutung des heutigen Treffens

Das heutige Treffen ist bedeutsam, weil es nicht nur einen weiteren Kontakt darstellt, sondern in eine Reihe konkreter Entwicklungen fällt. Der Präsident spricht von einem Zeitfenster. Die UN haben das Konvergenzdokument abgeschlossen. Das 19-Punkte-Paket liegt vor. Der UN-Generalsekretär will ein breiteres Treffen nach Vorbereitung einberufen.

Vor diesem Hintergrund kann das Treffen dazu dienen, zu prüfen, ob die türkisch-zyprische Seite bereit ist, über die konkrete Wiederaufnahme des Prozesses zu sprechen.

Die CNA-Meldung enthält keine Aussage darüber, welche Erwartungen die türkisch-zyprische Seite an das Treffen hat. Sie gibt die Position und Einschätzung von Präsident Christodoulides wieder.

Vorsicht trotz positiver Signale

Trotz der positiven Begriffe – Zeitfenster, Konvergenzdokument, neue Vorschläge, positive Aufnahme durch die UN – bleibt Vorsicht notwendig. Das Zypernproblem ist seit Jahrzehnten ungelöst, und viele frühere Bemühungen führten nicht zum Ziel.

Die Pressemitteilung selbst erinnert daran, dass wiederholte UN-geführte Verhandlungsrunden bislang keine Ergebnisse brachten. Auch das Treffen in Crans-Montana endete ergebnislos.

Daher sollte das heutige Treffen nicht als Durchbruch dargestellt werden. Es ist ein wichtiger diplomatischer Schritt, dessen Bedeutung sich daran messen wird, ob daraus konkrete Bewegung zur Wiederaufnahme der Verhandlungen entsteht.

Keine Details zum Inhalt des 19-Punkte-Pakets

Die CNA-Meldung erwähnt das 19-Punkte-Paket, nennt aber keine einzelnen Punkte. Der Präsident beschreibt es als neu, konkret und in den Bereichen Methodik, Substanz und vertrauensbildende Maßnahmen angesiedelt.

Offen bleiben daher:

  • welche konkreten Vorschläge enthalten sind,

  • welche Methodik vorgeschlagen wird,

  • welche substantiellen Themen angesprochen werden,

  • welche vertrauensbildenden Maßnahmen vorgesehen sind,

  • wie die türkisch-zyprische Seite darauf reagiert hat,

  • welche Punkte die UN besonders positiv bewertet haben.

Seriöse Berichterstattung sollte diese Lücken nicht mit Vermutungen füllen. Der Artikel kann nur festhalten, dass der Präsident das Paket als neu, konkret und von der UN positiv aufgenommen beschreibt.

Keine Details zum Konvergenzdokument

Auch zum Konvergenzdokument nennt die Meldung keine inhaltlichen Details. Sie sagt nur, dass die Vereinten Nationen es abgeschlossen haben und dass es die Grundlage für die Wiederaufnahme der Verhandlungen bilden werde.

Nicht genannt werden:

  • welche Konvergenzen enthalten sind,

  • ob beide Seiten das Dokument erhalten haben,

  • ob es veröffentlicht wird,

  • ob es nur als internes UN-Arbeitsdokument dient,

  • wie umfangreich es ist,

  • ob es mit früheren Entwürfen übereinstimmt.

Der Artikel kann daher nur seine politische Bedeutung beschreiben, nicht seinen Inhalt.

Kontakte mit Kandidaten für den nächsten UN-Generalsekretär

Christodoulides sagte, Zypern stehe auch in Kontakt mit Kandidaten für den nächsten UN-Generalsekretär. Diese Aussage ist relevant, weil die Amtszeit des aktuellen Generalsekretärs sich dem Ende nähert.

Die Republik Zypern will offenbar sicherstellen, dass die Zypernfrage auch unter einer künftigen UN-Führung präsent bleibt. Gleichzeitig will sie das aktuelle Zeitfenster unter António Guterres nutzen.

Die Pressemitteilung nennt keine Namen der Kandidaten und keine Details zu diesen Kontakten. Sie zeigt jedoch, dass Nikosia diplomatisch auf mehrere Zeithorizonte blickt.

Morphou-Treffen als politischer Hintergrund

Dass die Aussagen nach einem Treffen mit dem Bürgermeister von Morphou gemacht wurden, kann als Hinweis darauf gelesen werden, wie eng lokale und nationale Dimensionen im Zypernproblem verbunden sind. Die CNA-Meldung selbst geht darauf nicht näher ein.

Morphou ist im Kontext der Zypernfrage ein bekannter Bezugspunkt, doch der Artikel sollte aus der Pressemitteilung keine zusätzlichen Details ableiten. Wichtig ist nur: Christodoulides äußerte sich nach diesem Treffen im Präsidentenpalast zur heutigen Begegnung mit Erhürman und zur Wiederaufnahme der Gespräche.

Überblick über die wichtigsten Punkte

Präsident Nikos Christodoulides trifft sich am Dienstag um 15:30 Uhr mit dem türkisch-zyprischen Führer Tufan Erhürman.

Das Treffen findet in den Büros der United Nations Good Offices Mission am ehemaligen Flughafen von Nikosia statt, innerhalb der von den Vereinten Nationen kontrollierten Pufferzone.

Christodoulides sagte, seine Seite arbeite daran, das „Zeitfenster der Gelegenheit“ in eine Wiederaufnahme der Verhandlungen umzuwandeln.

Aus Sicht des Präsidenten gibt es nur eine konkrete Entwicklung: die Wiederaufnahme der Gespräche dort, wo sie 2017 aufgehört haben.

Das heutige Treffen wurde nach Angaben des Präsidenten auf Initiative der griechisch-zyprischen Seite arrangiert.

Die Vereinten Nationen haben laut Christodoulides das Dokument über die Konvergenzen abgeschlossen, das die Grundlage für die Wiederaufnahme der Verhandlungen bilden soll.

Der Präsident verwies auf ein 19-Punkte-Paket mit neuen, sehr konkreten Vorschlägen zu Methodik, Substanz und vertrauensbildenden Maßnahmen.

Diese Vorschläge seien von den Vereinten Nationen positiv aufgenommen worden.

Christodoulides sagte, man wolle das Zeitfenster mit dem amtierenden UN-Generalsekretär nutzen, stehe aber auch mit Kandidaten für dessen Nachfolge in Kontakt.

Zypern ist seit 1974 geteilt, und die letzte große UN-geführte Verhandlungsrunde in Crans-Montana endete 2017 ohne Ergebnis.

Fazit: Treffen soll Chance auf Wiederaufnahme der Verhandlungen konkretisieren

Das heutige Treffen zwischen Präsident Nikos Christodoulides und dem türkisch-zyprischen Führer Tufan Erhürman ist ein wichtiger Schritt in einer Phase erneuter diplomatischer Bewegung im Zypernproblem. Es findet um 15:30 Uhr in den Büros der United Nations Good Offices Mission am ehemaligen Flughafen von Nikosia statt, innerhalb der UN-kontrollierten Pufferzone.

Christodoulides sieht derzeit ein „Zeitfenster der Gelegenheit“, das in konkrete Entwicklungen übersetzt werden müsse. Für ihn bedeutet dies vor allem eines: die Wiederaufnahme der Verhandlungen von dem Punkt aus, an dem sie 2017 in Crans-Montana aufgehört haben.

Das Treffen wurde nach Angaben des Präsidenten auf Initiative der griechisch-zyprischen Seite arrangiert. Ziel ist es, konkreter darüber zu sprechen, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Dabei stützt sich Nikosia auf mehrere Elemente: das von den Vereinten Nationen abgeschlossene Konvergenzdokument, das als Grundlage für neue Gespräche dienen soll, sowie ein 19-Punkte-Paket mit neuen Vorschlägen zu Methodik, Substanz und vertrauensbildenden Maßnahmen.

Christodoulides betonte, seine Seite verstecke sich nicht hinter Positionen, von denen bekannt sei, dass sie bereits abgelehnt wurden. Stattdessen habe sie neue Ideen vorgelegt, die von den Vereinten Nationen positiv aufgenommen worden seien.

Die Rolle des UN-Generalsekretärs bleibt zentral. António Guterres hatte angekündigt, nach ausreichender Vorbereitung ein weiteres Treffen in breiterem Format einzuberufen, jedoch ohne Zeitplan. Christodoulides erklärte, man wolle das aktuelle Zeitfenster mit dem amtierenden Generalsekretär nutzen, stehe aber zugleich mit Kandidaten für dessen Nachfolge in Kontakt.

Ob das Treffen mit Erhürman tatsächlich den Weg zur Wiederaufnahme substantieller Gespräche öffnet, bleibt abzuwarten. Die Bedeutung liegt zunächst darin, dass beide Seiten unter UN-Rahmen direkt zusammentreffen und konkrete Fragen zur möglichen Wiederaufnahme der Verhandlungen besprechen sollen.

Nach fast einem Jahrzehnt seit dem Scheitern von Crans-Montana ist dies kein Durchbruch, aber ein wichtiger Test: Kann das bestehende Zeitfenster genutzt werden, um den Prozess aus der Stagnation zu führen und wieder an den Verhandlungsstand von 2017 anzuknüpfen?

Quelle CYPRUS NEWS AGENCY (CNA)

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