Die Finanzlage der Republik Zypern zeigt sich auch 2025 stabil. Nach den vorläufigen Haushaltszahlen des Statistischen Dienstes von Zypern (CYSTAT) konnte der Gesamtstaat im Zeitraum Januar bis Juli 2025 einen Überschuss von 840,6 Mio. Euro erzielen. Das entspricht 2,4 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Damit liegt das Ergebnis zwar leicht unter dem Überschuss von 911,7 Mio. Euro (2,7 % des BIP), der im gleichen Zeitraum 2024 erreicht wurde, dennoch signalisiert die Entwicklung eine insgesamt solide Haushaltsführung. Vor allem die deutlich gestiegenen Einnahmen aus Steuern und Sozialbeiträgen tragen dazu bei, dass trotz steigender Ausgaben eine positive Bilanz ausgewiesen werden konnte.
1. Einnahmenseite: Wachstum dank Steuern und Sozialbeiträgen
Die Gesamteinnahmen des Staates stiegen in den ersten sieben Monaten 2025 um 391,7 Mio. Euro (+4,8 %) auf insgesamt 8.495,1 Mio. Euro. Im Vergleichszeitraum 2024 lagen sie bei 8.103,4 Mio. Euro.
a) Einkommen- und Vermögenssteuern
Ein erheblicher Teil dieses Wachstums stammt aus den Steuern auf Einkommen und Vermögen. Diese stiegen um 164,2 Mio. Euro (+8,8 %) und beliefen sich auf 2.033,5 Mio. Euro, nach 1.869,3 Mio. Euro im Vorjahr. Das Plus zeigt, dass die Steuerbasis wächst – sei es durch höhere Einkommen, eine stärkere Beschäftigungslage oder verbesserte Steuererhebung.
b) Sozialbeiträge
Die Sozialbeiträge erhöhten sich ebenfalls deutlich – um 234,3 Mio. Euro (+9,2 %). Damit stiegen sie auf 2.769,3 Mio. Euro (2024: 2.535,0 Mio. Euro). Dieser Zuwachs deutet auf eine anhaltend robuste Beschäftigung und steigende Löhne hin, da die Sozialbeiträge eng mit den Gehaltszahlungen verbunden sind.
c) Einnahmen aus Vermögen und Eigentum
Die Einnahmen aus Vermögen und Eigentum stiegen auf 113,0 Mio. Euro, ein Plus von 54,4 Mio. Euro gegenüber 58,6 Mio. Euro im Vorjahr.
d) Produktions- und Importsteuern
Auch die Produktions- und Importsteuern verzeichneten einen Anstieg, wenn auch nur moderat: +18,5 Mio. Euro (+0,7 %). Sie erreichten 2.769,9 Mio. Euro, nach 2.751,4 Mio. Euro im Jahr 2024. Innerhalb dieser Kategorie fiel das Mehrwertsteueraufkommen ins Gewicht: Der Nettoertrag der MwSt. erhöhte sich um 33,9 Mio. Euro (+1,9 %) und belief sich auf 1.840,7 Mio. Euro.
e) Verkauf von Waren und Dienstleistungen
Einnahmen aus Verkäufen von Waren und Dienstleistungen blieben nahezu unverändert: 582,3 Mio. Euro gegenüber 581,7 Mio. Euro im Vorjahr.
f) Rückgang bei Transfers
Demgegenüber sanken die laufenden Transfers deutlich um 43,9 Mio. Euro (-18,3 %) auf 196,4 Mio. Euro. Auch die Kapitaltransfers reduzierten sich auf 30,7 Mio. Euro (-54,2 %), nach 67,1 Mio. Euro in 2024.
2. Ausgabenseite: Höhere Personalkosten und Sozialausgaben
Die Gesamtausgaben des Staates stiegen zwischen Januar und Juli 2025 um 462,8 Mio. Euro (+6,4 %) auf 7.654,5 Mio. Euro (Vorjahr: 7.191,7 Mio. Euro).
a) Personalkosten
Die Vergütungen für Beschäftigte (einschließlich pensionsähnlicher Sozialbeiträge der Beamten) erhöhten sich um 144,6 Mio. Euro (+6,9 %) auf 2.240,9 Mio. Euro. Diese Entwicklung reflektiert sowohl höhere Gehälter als auch steigende Pensionszahlungen.
b) Sozialleistungen
Besonders ins Gewicht fielen die Sozialleistungen: Sie stiegen um 201,6 Mio. Euro (+6,7 %) und erreichten 3.203,1 Mio. Euro (2024: 3.001,5 Mio. Euro). Dieser Bereich macht fast die Hälfte der gesamten Staatsausgaben aus und ist ein Indikator für die sozialen Verpflichtungen des Staates.
c) Zwischenkonsum
Die Ausgaben für Zwischenkonsum (z. B. Dienstleistungen, Betriebskosten, Sachaufwand der Verwaltung) erhöhten sich um 52,1 Mio. Euro (+7,1 %) und beliefen sich auf 789,5 Mio. Euro.
d) Schuldendienst
Die Zinszahlungen stiegen leicht um 1,7 Mio. Euro (+0,6 %) auf 283,5 Mio. Euro.
e) Investitionen (Kapitalausgaben)
Eine bemerkenswerte Steigerung gab es bei den Investitionen: Die Kapitalausgaben wuchsen um 109,5 Mio. Euro (+22,3 %) auf 601,2 Mio. Euro.
Davon entfielen 491,8 Mio. Euro auf Bruttoanlageinvestitionen (+20,1 % gegenüber 409,4 Mio. Euro in 2024).
Weitere 109,4 Mio. Euro flossen in sonstige Kapitalausgaben (+32,9 %).
f) Rückgang bei Transfers und Subventionen
Die laufenden Transfers sanken auf 453,5 Mio. Euro (-7,2 %), nach 488,6 Mio. Euro im Vorjahr.
Auch die Subventionen gingen zurück: -12,3 % auf 82,8 Mio. Euro (2024: 94,4 Mio. Euro).
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Mehr Informationen3. Vergleich 2024 – 2025: Was fällt auf?
Der Vergleich der beiden Jahre zeigt:
Einnahmen wachsen stärker (+4,8 %) als Ausgaben (+6,4 %), dennoch bleibt ein solider Überschuss.
Die Struktur der Einnahmen verändert sich: Steuern und Sozialbeiträge sind die Treiber, während Transfers zurückgehen.
Auf der Ausgabenseite dominieren Sozialleistungen und Investitionen, während Subventionen und Transfers abnehmen.
Der Schuldendienst bleibt stabil und moderat – ein Hinweis auf die solide Refinanzierung des Staates.
4. Politische und wirtschaftliche Bedeutung
Der Haushaltsüberschuss von 2,4 % des BIP ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert:
Fiskalische Stabilität: Zypern beweist, dass trotz wachsender Ausgaben ein Überschuss möglich ist.
Spielraum für Investitionen: Insbesondere die gestiegenen Kapitalausgaben zeigen, dass der Staat gezielt in Infrastruktur und Entwicklung investiert.
Soziale Sicherheit: Höhere Sozialleistungen unterstreichen die Rolle des Staates in der Absicherung der Bevölkerung.
EU-Kontext: Angesichts der Fiskalregeln der EU ist der Überschuss ein positives Signal, das Vertrauen schafft und Zypern Handlungsspielraum verschafft.
5. Herausforderungen
Trotz der positiven Bilanz gibt es Herausforderungen:
Nachhaltigkeit der Einnahmen: Die hohe Abhängigkeit von Steuern und Sozialbeiträgen macht den Haushalt sensibel gegenüber Konjunkturschwankungen.
Wachsender Sozialetat: Die steigenden Sozialausgaben können langfristig eine Belastung darstellen.
Datenqualität: CYSTAT weist darauf hin, dass Schätzungen für Teile der Gebietskörperschaften vorgenommen werden mussten, da nicht alle Daten fristgerecht vorlagen. Transparenz und Datenbasis bleiben daher ein Dauerthema.
Fazit
Zypern konnte in den ersten sieben Monaten 2025 trotz steigender Ausgaben einen Überschuss erzielen – ein Beweis für solide Staatsfinanzen. Mit einem Plus von 840,6 Mio. Euro (2,4 % des BIP) bleibt die Republik auf Konsolidierungskurs. Besonders bemerkenswert ist, dass gleichzeitig mehr in soziale Sicherheit und Investitionen geflossen ist.
Für die kommenden Jahre wird es darauf ankommen, die Einnahmebasis zu stabilisieren, die Ausgabenstruktur weiter zu optimieren und den Fokus auf nachhaltige Investitionen zu legen.
Quelle: Cyprus News Agency (CNA)