Larnaca 2030: Vorbereitungen für den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ laufen an

Larnaca 2030: Vorbereitungen für den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ laufen an

Organisation, Finanzierung und erste künstlerische Projekte nehmen Gestalt an

Die organisatorischen Vorbereitungen für „Larnaca 2030“ haben begonnen. Die Hafenstadt im Südosten Zyperns steht kurz davor, offiziell zur Europäischen Kulturhauptstadt 2030 ernannt zu werden – ein Titel, der nicht nur kulturelle Strahlkraft, sondern auch nachhaltige städtische Entwicklung verspricht.

Wie die künstlerische Leiterin von Larnaca 2030, Kelly Diapouli, gegenüber der Cyprus News Agency erklärte, konzentriert sich die aktuelle Phase vor allem auf Strukturaufbau, Personalgewinnung und erste inhaltliche Vernetzung mit Künstlerinnen und Künstlern.


1. Formale Ernennung steht kurz bevor

Der nächste formelle Schritt ist die offizielle Benennung durch das zypriotische Kulturressort, das Deputy Ministry of Culture. Zwar liegt bereits die Empfehlung des unabhängigen europäischen Expertenpanels vor, diese ist jedoch beratender Natur.

Nach dem üblichen Verfahren wird das Ministerium:

  • die Empfehlung formell bestätigen,

  • Larnaca offiziell als Kulturhauptstadt Europas 2030 benennen,

  • und die Entscheidung an die European Commission sowie das European Parliament übermitteln.

„Erst mit dieser formalen Entscheidung ist Larnaca offiziell Kulturhauptstadt Europas 2030“, so Diapouli.


2. Aufbau einer schlagkräftigen Organisation

Unmittelbar nach der Ernennung beginnt eine arbeitsintensive Phase. Kernaufgabe ist die Gründung und der personelle Ausbau der Durchführungsgesellschaft.

Derzeit besteht das Team von Larnaca 2030 aus nur vier Personen – künftig wird jedoch eine Organisation benötigt, die ein Programmvolumen von rund 27 Millionen Euro steuern kann.

Bereits gestartet ist:

  • eine internationale Stellenausschreibung für

    • einen Generaldirektor,

    • sowie einen Leiter Kommunikation & Marketing

  • Bewerbungsfrist: bis 30. Januar

Ziel ist es, die Schlüsselpositionen bis Ende des ersten Quartals (März) zu besetzen. Der Ausbau des künstlerischen Teams folgt in einem späteren Schritt. Das erste Jahr nach der Ernennung wird voraussichtlich stark von Governance, Verwaltung und Mittelakquise geprägt sein – weniger von großen Publikumsevents.

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3. Finanzierung: Solide Basis, Details noch offen

Finanziell steht das Projekt auf mehreren Säulen. Nach Angaben von Diapouli hat das Kulturministerium bereits 10 Millionen Euro staatliche Unterstützung zugesagt. Noch zu klären sind jedoch:

  • der Zeitplan der Auszahlungen,

  • sowie die Bedingungen, unter denen Mittel freigegeben werden.

Diese Klarheit ist entscheidend, damit die neue Gesellschaft operativ arbeiten und künstlerische Projekte hochfahren kann.

Der EU-Beitrag ist – wie bei allen Kulturhauptstädten – vergleichsweise begrenzt:

  • 1,5 Millionen Euro, ausgezahlt am Ende des Prozesses.

Der überwiegende Teil der Finanzierung stammt aus nationalen und lokalen Quellen.


4. Beiträge aus Kommune, Region und Sponsoring

Gemäß dem eingereichten Finanzplan von Larnaca 2030 verteilen sich die weiteren Mittel wie folgt:

  • Stadtgemeinde Larnaca: 7,5 Mio. €

  • Distriktorganisation der lokalen Selbstverwaltung Larnaca: 2,0 Mio. €

  • Sponsoring & private Partnerschaften: ca. 3,5 Mio. €

  • EU-Wettbewerbsprogramme: ca. 2,0 Mio. €

Diese Struktur soll nicht nur finanzielle Stabilität gewährleisten, sondern auch eine breite lokale Verankerung des Projekts sicherstellen.


5. Erste Projekte bereits 2026

Trotz der frühen Phase sind für dieses Jahr bereits konkrete Aktivitäten geplant. Ein besonders ambitioniertes Projekt ist ein EU-gefördertes „Social Art“-Vorhaben:

  • Sechs internationale Künstlerinnen und Künstler

  • Aufenthalt von einem Monat in Zypern

  • Zusammenarbeit mit Bewohnern der Wohnsiedlungen

    • Tsakkilero

    • Agioi Anargyroi

Die dort entstehenden Arbeiten werden Teil eines Festivals im Oktober sein. Ziel ist es, Kunst nicht nur zu präsentieren, sondern gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung zu entwickeln – ein Ansatz, der dem europäischen Anspruch von kultureller Teilhabe entspricht.


Einordnung: Kultur als langfristiges Stadtprojekt

„Larnaca 2030“ ist weit mehr als ein Kulturjahr. Es ist ein mehrjähriger Transformationsprozess, der Kultur, Stadtentwicklung und soziale Teilhabe miteinander verbindet. Die jetzige Phase mag technokratisch wirken – Stellenpläne, Budgets, Verwaltungsstrukturen –, doch genau hier entscheidet sich der spätere Erfolg.

Oder, mediterran nüchtern formuliert:
Große Feste beginnen nicht mit Applaus, sondern mit sauberer Organisation.

Quelle: Cyprus News Agency (CNA)

 
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