Haushaltsüberschuss zum Jahresende 2025

Zypern mit starkem Haushaltsüberschuss zum Jahresende 2025: Inselrepublik setzt sich fiskalisch deutlich vom EU-Durchschnitt ab

Zypern hat das Jahr 2025 mit einer bemerkenswert starken fiskalischen Position abgeschlossen und sich damit deutlich vom allgemeinen europäischen Trend abgesetzt. Nach den von Eurostat veröffentlichten Daten verzeichnete die Republik im vierten Quartal 2025 einen saisonbereinigten staatlichen Überschuss von 4,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Während also Zypern zum Jahresende einen klar positiven Finanzierungssaldo auswies, lag die Europäische Union insgesamt bei einem Defizit von 3,2 Prozent des BIP. Auch die Eurozone blieb im negativen Bereich: Dort belief sich das saisonbereinigte Staatsdefizit im vierten Quartal auf 3,0 Prozent des BIP.

Schon dieser direkte Vergleich zeigt, wie auffällig die Entwicklung in Zypern ausfällt. In einer Zeit, in der viele europäische Staaten weiterhin mit strukturellen Defiziten, steigenden Ausgaben, konjunkturellen Unsicherheiten und langfristigen Haushaltsbelastungen ringen, gelingt es der Inselrepublik nicht nur, ihre öffentlichen Finanzen im positiven Bereich zu halten, sondern dies über das gesamte Jahr hinweg. Denn die Eurostat-Daten zeigen, dass Zypern in allen vier Quartalen 2025 einen Überschuss ausgewiesen hat. Das bedeutet: Es handelt sich nicht um einen einmaligen statistischen Ausschlag am Jahresende, sondern um ein durchgehend positives fiskalisches Muster.

Für die wirtschaftspolitische Bewertung ist das von erheblicher Bedeutung. Ein Haushaltsüberschuss signalisiert nicht nur solide Staatsfinanzen im engeren Sinn. Er verweist auch auf fiskalische Disziplin, auf stabile Einnahmen, auf kontrollierte Ausgaben und auf eine generelle wirtschaftliche Robustheit, die es dem Staat ermöglicht, nicht über seine Verhältnisse zu wirtschaften. Gerade in einem europäischen Umfeld, in dem Defizite für viele Staaten beinahe zur politischen Normalität geworden sind, wirkt ein Überschuss von 4,0 Prozent des BIP fast schon wie ein kleiner fiskalischer Affront gegen den kontinentalen Gewöhnungseffekt.

Zypern zeigt damit einmal mehr, dass die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre nicht nur auf Wachstum, Tourismus, Dienstleistungen oder Investitionen reduziert werden kann, sondern sich zunehmend auch in der Qualität der öffentlichen Haushaltsführung niederschlägt. Anders gesagt: Während anderswo noch mit großem Ernst über Konsolidierungsbedarf, Reformdruck und fiskalische Spielräume diskutiert wird, hat Zypern seine Bücher zum Jahresende mit einem deutlichen Plus geschlossen. Das ist in Europa derzeit keineswegs selbstverständlich – und deshalb politisch wie wirtschaftlich bemerkenswert.

Ein Überschuss von 4,0 Prozent des BIP – was das bedeutet

Die Zahl von 4,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ist in fiskalischer Hinsicht ausgesprochen stark. Sie bedeutet, dass der Staat im vierten Quartal 2025 deutlich mehr eingenommen als ausgegeben hat – bereinigt um saisonale Schwankungen. Diese saisonale Bereinigung ist wichtig, weil sie verhindert, dass bestimmte periodische Einnahmen oder Ausgaben das Bild verzerren. Eurostat betrachtet hier also nicht bloß rohe Quartalszahlen, sondern versucht, die Entwicklung in ihrer ökonomischen Grundtendenz sichtbar zu machen.

Ein staatlicher Überschuss in dieser Größenordnung verleiht Zypern mehrere Vorteile. Zunächst schafft er finanzpolitischen Spielraum. Staaten, die Überschüsse erzielen, können Schulden abbauen, Rücklagen stärken, künftige Krisen besser abfedern oder gezielt investieren, ohne sofort zusätzliche Finanzierungslasten erzeugen zu müssen. Das ist gerade in einem volatilen internationalen Umfeld ein erheblicher Pluspunkt.

Darüber hinaus stärkt ein Überschuss das Vertrauen in die fiskalische Glaubwürdigkeit eines Landes. Kapitalmärkte, Investoren, europäische Institutionen und Ratingagenturen achten sehr genau darauf, wie solide ein Staat mit seinen Finanzen umgeht. Wer in einem Umfeld allgemeiner Defizite einen Überschuss vorweisen kann, signalisiert finanzielle Stabilität und politische Steuerungsfähigkeit.

Für Zypern kommt ein weiterer Faktor hinzu: Als kleinere, offene Volkswirtschaft hat das Land traditionell ein starkes Interesse daran, wirtschaftliche Verlässlichkeit auszustrahlen. Große Volkswirtschaften können sich manche fiskalische Schlampigkeit länger leisten, weil Größe selbst ein gewisser Puffer ist. Kleinere Staaten müssen oft früher und sichtbarer beweisen, dass sie ihre Finanzen im Griff haben. Genau das scheint Zypern derzeit zu tun.

Ganzjährig im Plus: Vier positive Quartale in Folge

Besonders bemerkenswert ist, dass Zypern im gesamten Jahr 2025 einen positiven Finanzierungssaldo beibehalten hat. Laut Eurostat lag der Überschuss im ersten Quartal bei 5,0 Prozent des BIP, im zweiten Quartal bei 1,8 Prozent, im dritten Quartal bei 2,8 Prozent und im vierten Quartal schließlich wieder bei 4,0 Prozent.

Diese Abfolge ist deshalb so aufschlussreich, weil sie zeigt, dass der Haushaltsüberschuss nicht auf einen isolierten Sondereffekt am Jahresende zurückzuführen ist. Vielmehr war die fiskalische Lage über das ganze Jahr hinweg positiv. Zwar schwankte die Höhe des Überschusses zwischen den Quartalen, doch die Richtung blieb konstant: Zypern war in jedem einzelnen Quartal 2025 im Plus.

Gerade diese Kontinuität ist entscheidend. Ein einzelnes Überschussquartal könnte auf zeitliche Sonderfaktoren, einmalige Einnahmen oder technische Effekte zurückzuführen sein. Vier positive Quartale hintereinander hingegen sprechen für eine strukturell robuste Entwicklung. Die zyprischen Staatsfinanzen scheinen also nicht zufällig, sondern systematisch stabil gewesen zu sein.

Der Verlauf der Quartale ist ebenfalls interessant. Das erste Quartal war mit 5,0 Prozent besonders stark. Danach fiel der Überschuss im zweiten Quartal deutlich auf 1,8 Prozent zurück, um sich im dritten Quartal auf 2,8 Prozent zu erholen und schließlich im vierten Quartal wieder auf 4,0 Prozent zu steigen. Diese Bewegung deutet darauf hin, dass sich der Haushalt im Jahresverlauf flexibel, aber insgesamt solide entwickelte. Der Rückgang im zweiten Quartal bedeutete keine fiskalische Schwäche im eigentlichen Sinn, sondern eher eine temporäre Abschwächung innerhalb einer insgesamt positiven Linie.

Jahresende stärker als Sommer und Herbst

Der Anstieg auf 4,0 Prozent im vierten Quartal ist nicht nur absolut beeindruckend, sondern auch relativ zum vorherigen Quartal. Gegenüber dem dritten Quartal 2025 erhöhte sich der Überschuss um 1,2 Prozentpunkte. Das ist eine deutliche Verbesserung binnen nur eines Quartals und spricht für eine klare Stärkung der fiskalischen Position zum Jahresende.

Solche Bewegungen können auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein: stärkere Staatseinnahmen, kontrolliertere Ausgaben, günstige konjunkturelle Entwicklungen oder eine Kombination aus mehreren fiskalischen und wirtschaftlichen Effekten. Die Pressemitteilung selbst erläutert die Ursachen nicht im Detail, doch der Sprung von 2,8 auf 4,0 Prozent ist groß genug, um als eigenständiges Signal wahrgenommen zu werden.

Gerade im Vergleich mit anderen europäischen Staaten, die am Jahresende häufig durch zusätzliche Belastungen, Nachholeffekte oder Defizitdruck gekennzeichnet sind, fällt diese Entwicklung auf. Zypern beendet das Jahr also nicht mit einem fiskalischen Erschöpfungszustand, sondern mit einer sichtbaren Stärkung.

Das ist politisch von erheblicher Bedeutung. Haushaltszahlen zum Jahresende besitzen immer auch Symbolkraft. Sie prägen die Wahrnehmung eines Landes in den folgenden Monaten und geben Hinweise darauf, mit welcher finanziellen Ausgangslage das neue Jahr beginnt. Wer das alte Jahr mit 4,0 Prozent Überschuss abschließt, startet mit deutlich mehr Ruhe in das neue als Staaten, die dauerhaft gegen Defizite ankämpfen.

Gegenüber dem Vorjahr stabil, gegenüber dem Vorquartal stärker

Interessant ist auch die doppelte Vergleichsperspektive, die Eurostat liefert. Im Vergleich zum vierten Quartal 2024 blieb die Überschussquote in Zypern unverändert. Gegenüber dem dritten Quartal 2025 stieg sie jedoch um 1,2 Prozentpunkte.

Diese Kombination ist aufschlussreich. Einerseits zeigt sie, dass Zypern bereits im Vorjahresquartal auf einem ähnlich hohen fiskalischen Niveau lag. Der Wert von 4,0 Prozent im vierten Quartal 2025 ist also kein völlig neues Extrem, sondern bestätigt eine starke Endjahresposition, die bereits im Jahr zuvor sichtbar war. Andererseits verdeutlicht die quartalsweise Verbesserung, dass das Land innerhalb des Jahres 2025 deutlich an fiskalischer Stärke gewann.

Die Stabilität gegenüber dem Vorjahr ist insofern positiv zu bewerten, als sie auf Beständigkeit hinweist. Zypern kann also nicht nur einmalig einen starken Jahresabschluss vorweisen, sondern scheint in der Lage zu sein, diese Stärke über längere Zeiträume zu halten. In der Finanzpolitik ist Konsistenz häufig wertvoller als spektakuläre Einzelwerte. Sie zeigt, dass ein Land nicht bloß kurzfristig diszipliniert ist, sondern strukturell stabiler wirtschaftet.

Die EU insgesamt bleibt tief im Defizit

Während Zypern im vierten Quartal 2025 einen Überschuss von 4,0 Prozent des BIP erzielte, wies die Europäische Union insgesamt ein Defizit von 3,2 Prozent des BIP aus. Das ist eine erhebliche Differenz. Zwischen Zypern und dem EU-Durchschnitt liegt damit eine fiskalische Lücke von mehr als sieben Prozentpunkten.

Diese Differenz ist bemerkenswert, weil sie nicht bloß ein relatives kleines Plus gegen ein kleines Minus zeigt, sondern zwei grundsätzlich unterschiedliche Haushaltsrealitäten. Auf der einen Seite steht ein Mitgliedstaat mit klar positivem Finanzierungssaldo, auf der anderen Seite eine Union, deren öffentliche Finanzen in der Summe weiterhin deutlich im Defizit liegen.

Ein Defizit von 3,2 Prozent des BIP ist keineswegs marginal. Es zeigt, dass viele Mitgliedstaaten noch immer mehr ausgeben, als sie einnehmen – trotz wirtschaftlicher Erholung in manchen Bereichen und trotz der allmählichen Normalisierung nach den großen Krisenjahren. Europa bleibt also fiskalisch belastet. Genau vor diesem Hintergrund wirkt Zyperns Überschuss besonders auffällig.

Das heißt nicht, dass der gesamte EU-Durchschnitt mit zyprischen Maßstäben gleichgesetzt werden könnte. Große Volkswirtschaften, unterschiedliche Sozialstaatsmodelle, Investitionspolitiken und konjunkturelle Belastungen führen naturgemäß zu unterschiedlichen Haushaltslagen. Doch gerade deshalb ist es umso interessanter, wenn ein vergleichsweise kleiner Mitgliedstaat sich so deutlich vom europäischen Mittelwert absetzt.

Auch die Eurozone bleibt unter Druck

Noch etwas günstiger als die gesamte EU, aber weiterhin im negativen Bereich, war die Lage in der Eurozone. Dort lag das saisonbereinigte Staatsdefizit im vierten Quartal 2025 bei 3,0 Prozent des BIP, leicht besser als im dritten Quartal, als noch 3,1 Prozent verzeichnet worden waren.

Auch hier zeigt sich: Die Währungsunion insgesamt arbeitet sich zwar langsam in die richtige Richtung, bleibt aber klar defizitär. Der Rückgang um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal ist eher ein Zeichen kleiner Verbesserung als ein Hinweis auf echte fiskalische Entspannung. Die grundlegende Lage bleibt weiterhin von öffentlichen Fehlbeträgen geprägt.

Vor diesem Hintergrund wird Zyperns Position noch interessanter. Denn als Mitglied der Eurozone unterliegt die Republik denselben geldpolitischen Rahmenbedingungen wie die anderen Euroländer, zeigt jedoch fiskalisch ein gänzlich anderes Bild. Das deutet darauf hin, dass nationale Haushaltsführung, wirtschaftliche Struktur und politische Prioritätensetzung weiterhin einen sehr großen Unterschied machen.

Zypern ist damit gewissermaßen der Gegenbeweis zu jener stillen Gewöhnung, wonach Defizite in Europa quasi naturgegeben seien. Nein, sie sind es nicht. Es gibt Mitgliedstaaten, die auch im gleichen europäischen Rahmen Überschüsse erzielen – und Zypern gehört aktuell sehr deutlich dazu.

Europa lebt fiskalisch auf Pump – Zypern nicht

Die Gegenüberstellung von Zypern und dem EU-Durchschnitt erlaubt eine etwas grundsätzlichere Beobachtung. Viele europäische Staaten haben sich über Jahre an ein Defizitumfeld gewöhnt. Öffentliche Haushalte im Minus gelten in weiten Teilen der Union inzwischen fast als Normalzustand, solange sie politisch halbwegs beherrschbar bleiben. Das ist ökonomisch nicht völlig irrational, aber politisch und finanzkulturell durchaus folgenreich. Denn was dauerhaft normal erscheint, wird selten mit derselben Ernsthaftigkeit korrigiert wie eine als Ausnahme empfundene Schieflage.

Zypern zeigt nun ein anderes Bild. Die Republik lebt fiskalisch derzeit eben nicht auf Pump, sondern weist deutliche Überschüsse aus. Das bedeutet nicht automatisch, dass alle wirtschaftspolitischen Probleme gelöst wären oder dass jeder öffentliche Bereich im Idealzustand funktionierte. Aber es bedeutet, dass der Staat seine laufende Finanzierungsbalance im Griff hat – und das in einem Ausmaß, das viele größere Volkswirtschaften Europas derzeit nicht von sich behaupten können.

Gerade aus Sicht von Unternehmen, Investoren und wirtschaftlich mobilen Akteuren ist das ein relevanter Unterschied. Ein Staat mit fiskalischen Überschüssen vermittelt mehr Planbarkeit, mehr Solidität und oft auch die Erwartung, dass er bei künftigen Krisen nicht sofort mit hektischer Steuer- oder Schuldenpolitik reagieren muss. Das ist ein Standortvorteil, der in der öffentlichen Debatte oft unterschätzt wird.

Was hinter einem Überschuss stehen kann

Die Pressemitteilung nennt keine detaillierten Gründe für die fiskalische Entwicklung Zyperns. Dennoch lässt sich ökonomisch plausibel einordnen, welche Faktoren zu einem solchen Überschuss beitragen können. In der Regel ist ein positiver staatlicher Finanzierungssaldo das Ergebnis aus starken Einnahmen, kontrollierten Ausgaben oder – im besten Fall – beidem.

Bei den Einnahmen könnten gute wirtschaftliche Aktivität, solide Steuereinnahmen, starke Beschäftigung, Tourismusdynamik, Unternehmensaktivität und Konsum eine Rolle gespielt haben. Zypern hat in den vergangenen Jahren in mehreren Bereichen wirtschaftliche Stärke gezeigt – etwa bei Dienstleistungen, Tourismus, unternehmerischer Standortattraktivität und allgemeiner Wachstumsdynamik. Wenn diese Bereiche fiskalisch fruchtbar werden, verbessert sich die Haushaltslage oft deutlich.

Auf der Ausgabenseite wiederum könnte sich eine disziplinierte Haushaltspolitik niederschlagen. Staaten, die Defizite abbauen oder Überschüsse erzielen wollen, müssen ihre Ausgaben nicht zwingend drastisch kürzen, aber sie müssen sie kontrolliert und zielgerichtet steuern. Gerade bei kleineren Volkswirtschaften spielt effiziente Prioritätensetzung eine große Rolle.

Hinzu kommen möglicherweise Nachwirkungen früherer Konsolidierungspolitik und ein inzwischen wieder gestärktes Vertrauen in die Tragfähigkeit des Landes. Fiskalische Stärke entsteht selten über Nacht. Sie ist oft das Ergebnis mehrjähriger politischer und wirtschaftlicher Entwicklung.

Zypern als fiskalisch glaubwürdiger Staat

Ein Haushaltsüberschuss in dieser Größenordnung stärkt nicht nur die öffentlichen Finanzen, sondern auch die Wahrnehmung Zyperns als fiskalisch glaubwürdigen Staat. Diese Glaubwürdigkeit ist in Europa von erheblicher Bedeutung. Sie beeinflusst nicht nur politische Spielräume in Brüssel, sondern auch die Einschätzung durch Märkte, Investoren und Partnerländer.

Gerade Staaten, die in der Vergangenheit schwierige Anpassungsphasen durchlaufen haben, profitieren besonders stark davon, wenn sie heute fiskalische Verlässlichkeit ausstrahlen. Zypern sendet mit den Zahlen des Jahres 2025 genau dieses Signal. Es zeigt, dass solide Staatsfinanzen nicht nur vorübergehendes Ziel, sondern offenbar gelebte Praxis sind.

Das kann auch die wirtschaftspolitische Verhandlungsposition des Landes stärken. Ein Staat, der seine Haushalte im Griff hat, wird in europapolitischen Diskussionen über fiskalische Regeln, Defizitkriterien und wirtschaftliche Resilienz anders wahrgenommen als ein chronischer Defizitstaat. Solidität verschafft politische Glaubwürdigkeit – und manchmal auch stilles Gewicht.

Fiskalische Stärke ist kein Selbstzweck

So erfreulich Überschüsse aus finanzpolitischer Sicht sind, sie dürfen nicht als Selbstzweck verstanden werden. Entscheidend ist immer auch, was ein Staat mit seiner fiskalischen Stärke macht. Ein positiver Finanzierungssaldo ist dann besonders wertvoll, wenn er nicht bloß als Zahl glänzt, sondern Spielräume für langfristig sinnvolle Politik eröffnet.

Für Zypern bedeutet das: Ein Überschuss kann helfen, Schulden weiter zu reduzieren, Investitionen klug zu finanzieren, Krisenreserven aufzubauen oder gezielt in Zukunftsbereiche zu investieren. Er kann auch dazu beitragen, dass notwendige Entlastungen oder strukturelle Maßnahmen nicht sofort gegen ein Defizitargument anrennen.

Gleichzeitig muss jede verantwortungsvolle Fiskalpolitik vermeiden, aus Überschüssen einen Vorwand für Selbstzufriedenheit zu machen. Denn auch starke Haushalte sind keine Garantie gegen künftige Schocks. Zypern bleibt eine kleine, offene Volkswirtschaft mit hoher Exponierung gegenüber externen Entwicklungen. Gerade deshalb ist fiskalische Stärke ein wertvolles Schutzinstrument – aber eben kein Anlass, die Hände in den Schoß zu legen.

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Ein Unterschied von mehr als sieben Prozentpunkten zur EU

Noch einmal verdient die Differenz zwischen Zypern und dem EU-Durchschnitt besondere Aufmerksamkeit. Während Zypern bei +4,0 Prozent lag, verzeichnete die EU insgesamt -3,2 Prozent. Das ist eine Abweichung von 7,2 Prozentpunkten. Solche Unterschiede sind in wirtschaftspolitischen Vergleichen enorm.

Sie zeigen, dass Zypern derzeit tatsächlich in einer anderen fiskalischen Liga spielt als der europäische Durchschnitt. Natürlich ist Vorsicht bei solchen Vergleichen immer angebracht. Die fiskalischen Strukturen großer Staaten lassen sich nicht einfach mit jenen kleiner Staaten vergleichen. Aber eine Differenz von mehr als sieben Punkten ist so groß, dass sie nicht als bloßer statistischer Nebeneffekt abgetan werden kann.

Es ist ein echter Abstand – und damit auch eine echte Aussage über die Haushaltslage des Landes. Gerade für die politische Kommunikation ist das wertvoll. Zypern kann sich mit dieser Entwicklung nicht nur intern auf solide Finanzen berufen, sondern sich auch im europäischen Vergleich sichtbar positiv abheben.

Der vierte Quartalswert als politisches Signal für 2026

Die Veröffentlichung durch Eurostat im Jahr 2026 macht den vierten Quartalswert auch politisch relevant für die aktuelle Debatte. Er zeigt, mit welcher fiskalischen Ausgangslage Zypern ins neue Jahr startet. Ein Überschuss zum Jahresende stärkt das Vertrauen, dass das Land 2026 nicht mit akuten Haushaltsproblemen beginnt, sondern mit einer soliden Ausgangsposition.

Das ist angesichts der vielen Unsicherheiten im internationalen Umfeld von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Kriege, Energiepreisschwankungen, geopolitische Risiken, Investitionsfragen und die europäische Konjunktur bleiben belastende Faktoren. Wer mit einem starken Haushalt startet, hat im Zweifel mehr Handlungsmöglichkeiten als ein Staat, der schon zu Jahresbeginn gegen Defizitdruck ankämpft.

Gerade in politisch und wirtschaftlich bewegten Zeiten ist die Ausgangsposition oft entscheidend. Sie bestimmt, ob ein Staat auf neue Belastungen mit Ruhe oder mit Hektik reagieren muss. Zypern scheint sich hier einen Vorsprung erarbeitet zu haben.

Fazit: Zypern setzt sich fiskalisch klar von Europa ab

Die neuesten Eurostat-Daten zeichnen für Zypern ein ausgesprochen starkes Bild. Im vierten Quartal 2025 verzeichnete die Republik einen saisonbereinigten staatlichen Überschuss von 4,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, während die Europäische Union insgesamt ein Defizit von 3,2 Prozent und die Eurozone ein Defizit von 3,0 Prozent auswiesen. Zypern setzte sich damit deutlich und sichtbar vom europäischen Durchschnitt ab.

Besonders bemerkenswert ist, dass das Land in allen vier Quartalen des Jahres 2025 im Plus blieb: 5,0 Prozent im ersten Quartal, 1,8 Prozent im zweiten, 2,8 Prozent im dritten und schließlich 4,0 Prozent im vierten Quartal. Diese durchgehende positive Entwicklung zeigt, dass es sich nicht um einen einmaligen Sondereffekt handelt, sondern um eine insgesamt solide fiskalische Lage. Gegenüber dem Vorquartal stieg der Überschuss um 1,2 Prozentpunkte, im Vergleich zum vierten Quartal 2024 blieb er auf demselben hohen Niveau.

Während große Teile Europas weiterhin mit Defiziten leben, sendet Zypern ein anderes Signal: fiskalische Disziplin, stabile öffentliche Finanzen und politische Steuerungsfähigkeit. In einer Europäischen Union, in der staatliche Fehlbeträge vielfach zur Normalität geworden sind, wirkt ein Überschuss von 4,0 Prozent des BIP fast wie eine kleine fiskalische Provokation – allerdings eine ausgesprochen erfreuliche.

Für Zypern ist das nicht nur eine gute Statistik, sondern ein echter wirtschaftspolitischer Vorteil. Ein Land mit soliden Haushalten gewinnt an Glaubwürdigkeit, an Spielraum und an Widerstandskraft. Genau darin liegt die eigentliche Bedeutung dieser Zahlen. Sie zeigen, dass die Inselrepublik ihre Finanzen nicht nur ordentlich verwaltet, sondern im europäischen Vergleich derzeit erstaunlich stark dasteht.

Quelle: CYPRUS NEWS AGENCY (CNA)

 
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