Bauproduktionsindex 2025 deutlich im Plus

Zyperns Bauwirtschaft wächst weiter: Bauproduktionsindex 2025 deutlich im Plus, Preise steigen moderat mit

Die Bauwirtschaft auf Zypern hat im Jahr 2025 erneut ihre Rolle als tragende Säule der wirtschaftlichen Entwicklung der Insel unter Beweis gestellt. Nach Angaben des Statistischen Dienstes stieg der Bauproduktionsindex im Zeitraum Januar bis Dezember 2025 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 5,2 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich im selben Zeitraum auch der Erzeugerpreisindex im Bauwesen um 4,1 Prozent. Besonders stark fiel der Zuwachs im vierten Quartal aus: Der Bauproduktionsindex erreichte 135,02 Punkte auf Basisjahr 2021 = 100 und lag damit um 9,0 Prozent über dem Wert des vierten Quartals 2024.

Diese Zahlen sind weit mehr als eine trockene statistische Momentaufnahme. Sie liefern vielmehr ein klares Bild davon, dass die Bautätigkeit auf Zypern weiter auf einem robusten Wachstumspfad unterwegs ist. Zugleich zeigen sie, dass die Preisentwicklung im Bausektor zwar weiter nach oben weist, aber in einem Rahmen bleibt, der im Vergleich zu den heftigen Verwerfungen früherer Jahre eher auf eine Phase kontrollierter Kostensteigerung als auf eine neue Überhitzung hindeutet.

Für Zypern ist das von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung. Die Bauwirtschaft gehört seit Jahren zu den wichtigsten Impulsgebern der Insel – nicht nur im klassischen Wohnungsbau, sondern auch bei touristischen Projekten, Gewerbeimmobilien, Infrastrukturmaßnahmen, Hotelentwicklungen, hochwertigen Wohnanlagen und urbanen Umgestaltungen. Wenn der Bau wächst, profitieren viele angrenzende Branchen mit: Baustoffhandel, Architektur, Ingenieurwesen, Handwerk, Rechtsberatung, Finanzierung, Immobilienvermittlung und nicht zuletzt zahlreiche Dienstleistungsbereiche. Anders gesagt: Wenn auf Zypern gebaut wird, bleibt wirtschaftlich meist nicht nur der Beton in Bewegung.

Der Bauproduktionsindex als Spiegel realer Bautätigkeit

Der Bauproduktionsindex ist ein wichtiger Indikator zur Beurteilung der tatsächlichen Entwicklung im Bauwesen. Er misst nicht bloß Stimmungen oder Erwartungen, sondern bildet die reale Produktionsleistung des Sektors ab. Ein Anstieg um 5,2 Prozent im Gesamtjahr 2025 gegenüber 2024 ist daher ein klares Zeichen für eine lebhafte Bautätigkeit.

Gerade im Kontext der zyprischen Wirtschaft ist diese Entwicklung bemerkenswert. Die Insel hat in den vergangenen Jahren eine Phase intensiver wirtschaftlicher Erholung, struktureller Modernisierung und internationaler Standortprofilierung erlebt. Der Bausektor war dabei in vielerlei Hinsicht ein sichtbarer Ausdruck dieser Dynamik. Neue Wohnprojekte, Investitionen in urbane Gebiete, touristische Großvorhaben, der Ausbau hochwertiger Immobilienstandorte und zahlreiche private wie gewerbliche Bauprojekte haben das Bild vieler Regionen verändert.

Dass der Bauproduktionsindex 2025 weiter zulegte, spricht dafür, dass diese Dynamik nicht abgerissen ist. Vielmehr scheint sich die Branche trotz eines internationalen Umfelds voller Unsicherheiten – von höheren Finanzierungskosten über geopolitische Risiken bis hin zu Materialpreis- und Lieferkettenfragen – bemerkenswert widerstandsfähig gezeigt zu haben. Für einen Inselstaat, der oft von außen gern auf Tourismus, Sonne und Meer reduziert wird, ist das eine durchaus erfreuliche Erinnerung daran, dass auch Kräne, Planer und Bauarbeiter ihren nicht ganz unbedeutenden Anteil am Wachstum haben.

5,2 Prozent Wachstum im Gesamtjahr – ein solides Signal

Ein Jahreswachstum von 5,2 Prozent im Bauproduktionsindex ist kein spektakulärer Ausreißer nach oben, aber ein ausgesprochen solides Ergebnis. Gerade in einem Sektor, der oft zyklisch verläuft und anfällig für Zinsentwicklung, Projektverzögerungen und Investorenstimmung ist, deutet ein solcher Zuwachs auf eine gesunde Nachfragebasis hin.

Das ist aus mehreren Gründen wichtig. Erstens zeigt es, dass Bauherren, Investoren und Entwickler weiterhin Vertrauen in den Standort Zypern haben. Zweitens spricht es dafür, dass die Nachfrage nach Wohnraum, gewerblichen Flächen, touristischer Infrastruktur oder gemischt genutzten Projekten anhält. Drittens deutet es darauf hin, dass auch institutionelle und private Marktteilnehmer mit einer fortgesetzten wirtschaftlichen Nutzbarkeit des Standorts rechnen.

Gerade auf Zypern ist die Bauwirtschaft eng mit vielen anderen wirtschaftlichen Erzählungen verbunden: internationale Zuzüge, Unternehmensansiedlungen, Nachfrage nach hochwertigem Wohnraum, Modernisierung von Innenstädten, Ausbau touristischer Kapazitäten und das Bedürfnis nach zeitgemäßer Infrastruktur. In diesem Licht betrachtet, ist das Plus von 5,2 Prozent mehr als ein branchenspezifischer Wert. Es ist auch ein Hinweis auf die anhaltende wirtschaftliche Attraktivität des Landes.

Starkes viertes Quartal 2025: plus 9,0 Prozent

Besonders ins Auge fällt der kräftige Anstieg im vierten Quartal 2025. Der Bauproduktionsindex kletterte in diesem Zeitraum auf 135,02 Punkte und lag damit um 9,0 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresquartal. Das ist ein deutliches Signal, dass sich die Bautätigkeit gegen Jahresende noch einmal spürbar beschleunigt hat.

Ein solcher Quartalsanstieg kann verschiedene Ursachen haben. Möglich ist, dass größere Projekte in die Umsetzungsphase eingetreten sind, dass Genehmigungsprozesse aus früheren Monaten in konkrete Bautätigkeit umgeschlagen haben oder dass Investoren und Entwickler bestehende Zeitfenster genutzt haben, um Projekte noch vor Jahreswechsel in bestimmte Bauphasen zu bringen. Auch saisonale und kalenderbedingte Effekte können eine Rolle spielen. Unabhängig von diesen Details zeigt die Zahl jedoch eindeutig: Das vierte Quartal 2025 war für die Bauwirtschaft auf Zypern besonders stark.

Diese Entwicklung ist relevant, weil sie darauf hindeutet, dass das Jahreswachstum nicht bloß aus einer gleichmäßigen kleinen Steigerung bestand, sondern gegen Jahresende zusätzliche Dynamik gewann. Das wiederum kann ein Hinweis darauf sein, dass die Pipeline neuer oder laufender Projekte gut gefüllt ist. Für die ersten Monate des Folgejahres ist das grundsätzlich ein positives Signal, auch wenn daraus selbstverständlich noch keine automatische Fortschreibung abgeleitet werden kann.

Preisentwicklung im Bauwesen: Anstieg, aber ohne Eskalation

Neben der Produktionsleistung ist die Preisentwicklung im Bauwesen ein entscheidender Indikator. Der Erzeugerpreisindex im Bauwesen stieg im Gesamtjahr 2025 um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im vierten Quartal 2025 lag der Index bei 125,72 Punkten. Gegenüber dem dritten Quartal 2025 bedeutete dies ein Plus von 0,6 Prozent, im Vergleich zum vierten Quartal 2024 einen Anstieg von 3,0 Prozent.

Diese Zahlen sind aus wirtschaftlicher Sicht besonders interessant, weil sie auf eine weiterhin steigende, aber relativ geordnete Kostenentwicklung hinweisen. Nach den internationalen Preisverwerfungen der vergangenen Jahre, die in vielen Märkten zu starken Sprüngen bei Baustoffen, Energie, Transport und Lohnkosten führten, ist ein Anstieg von 4,1 Prozent im Jahresvergleich zwar spürbar, aber nicht dramatisch. Er signalisiert, dass Kosten weiter steigen, jedoch nicht in einer Weise, die unmittelbar auf eine außer Kontrolle geratene Preiswelle schließen lässt.

Das ist für den Markt von erheblicher Bedeutung. Denn zu stark steigende Baupreise können Projekte verzögern, Kalkulationen sprengen, Margen unter Druck setzen und Erwerber wie Investoren vorsichtiger machen. Eine moderate Preissteigerung dagegen kann in einem wachsenden Markt durchaus verkraftbar sein – insbesondere dann, wenn die Nachfrage robust bleibt und Projekte sauber kalkuliert werden.

Was der Erzeugerpreisindex aussagt

Der Erzeugerpreisindex im Bauwesen misst die Preisentwicklung aus Sicht der Bauproduktion. Er spiegelt damit wider, wie sich die Kosten- beziehungsweise Preisstruktur des Sektors verändert. Wenn dieser Index steigt, bedeutet das in der Regel, dass Bauleistungen teurer werden – sei es aufgrund höherer Materialkosten, steigender Löhne, Energiepreise, Transportaufwendungen oder sonstiger produktionsrelevanter Faktoren.

Für Entwickler, Bauträger und Investoren ist diese Kennzahl besonders wichtig, weil sie direkten Einfluss auf Projektkalkulationen hat. Schon moderate Anstiege können bei größeren Vorhaben erhebliche absolute Mehrkosten bedeuten. Umso wichtiger ist es, dass die Preisentwicklung nicht sprunghaft und unkontrolliert verläuft.

Die Zahlen für 2025 deuten eher auf eine Normalisierung innerhalb eines weiterhin anspruchsvollen Umfelds hin. Der Anstieg von 0,6 Prozent vom dritten auf das vierte Quartal 2025 ist vergleichsweise moderat. Der jährliche Quartalsvergleich mit plus 3,0 Prozent bestätigt dieses Bild. Das Bauwesen auf Zypern hat also nicht nur mehr produziert, sondern dies offenbar unter Kostenbedingungen, die zwar anspruchsvoll, aber nicht disruptiv waren.

Wachstum trotz höherer Preise – ein Zeichen robuster Nachfrage

Besonders aufschlussreich ist die Kombination aus steigender Bautätigkeit und steigenden Preisen. Wenn Produktion und Kosten gleichzeitig zulegen, lässt sich daraus häufig ableiten, dass die Nachfrage stark genug ist, um höhere Preisniveaus zumindest teilweise zu absorbieren.

Genau das scheint auf Zypern der Fall zu sein. Der Bausektor wächst real, obwohl die Baupreise ebenfalls anziehen. Das deutet darauf hin, dass Projekte weiterhin wirtschaftlich darstellbar sind und dass Käufer, Investoren oder Betreiber entsprechender Immobilien die höheren Kosten bislang nicht grundsätzlich abschrecken. Das ist ein positives Signal für die Marktstabilität.

In anderen Worten: Der Markt scheint derzeit nicht in eine klassische Bremssituation zu geraten, in der steigende Kosten die Bautätigkeit abwürgen. Stattdessen wächst die Produktion weiter, während die Preise moderat steigen. Das ist in vielen Märkten ein nahezu idealtypisches Bild einer funktionierenden, wenn auch nicht risikolosen Expansion.

Natürlich bleibt die Frage, wie lange diese Balance hält. Denn sollte der Kostendruck wieder stärker zunehmen oder sollten Finanzierungskosten langfristig auf höherem Niveau verharren, könnte sich das auf künftige Projektentscheidungen auswirken. Für das Jahr 2025 sprechen die Daten jedoch zunächst für eine bemerkenswert robuste Verfassung des zyprischen Bausektors.

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Die Bauwirtschaft als Schlüsselbranche für Zypern

Die Bedeutung der Bauwirtschaft für Zypern lässt sich kaum überschätzen. Sie ist seit Jahren ein zentraler Motor für Investitionen, Beschäftigung und Standortentwicklung. Gerade in einer Volkswirtschaft mit relativ überschaubarer Größe entfalten Bauinvestitionen oft eine besonders starke Hebelwirkung. Jeder größere Wohnkomplex, jede Hotelanlage, jede Gewerbeentwicklung und jedes Infrastrukturprojekt zieht eine Kette weiterer wirtschaftlicher Aktivitäten nach sich.

Hinzu kommt, dass Bauen auf Zypern häufig mit strukturellen Entwicklungen zusammenhängt, die über die Branche selbst hinausweisen. Wo gebaut wird, verdichten sich oft Zuzug, Unternehmensgründungen, Tourismuswachstum, Modernisierung von Stadtteilen oder infrastrukturelle Aufwertung ganzer Regionen. Bauen ist damit nicht bloß eine Reaktion auf wirtschaftliche Entwicklung, sondern oft selbst ihr Vorbote.

Gerade in Städten und Wachstumsregionen der Insel ist das sichtbar. Neue Wohnanlagen, hochwertige Apartments, moderne Büroflächen, touristische Projekte und gemischt genutzte Quartiere verändern vielerorts das Stadtbild. Der Anstieg des Bauproduktionsindex ist daher nicht nur eine Zahl für Statistikfreunde, sondern Ausdruck einer sichtbaren Transformation im realen Raum.

Auch für den Immobilienmarkt ist das ein wichtiges Signal

Die Entwicklung im Bauwesen hat zwangsläufig Auswirkungen auf den Immobilienmarkt. Steigende Bauproduktion bedeutet in der Regel, dass mehr Projekte in Umsetzung sind oder zumindest fortgeschritten realisiert werden. Das kann auf mittlere Sicht das Angebot an Wohn- und Gewerbeimmobilien ausweiten, wobei die konkrete Wirkung natürlich von Lage, Segment, Preisniveau und Fertigstellungsgeschwindigkeit abhängt.

In einem Markt wie Zypern, in dem bestimmte Regionen eine besonders hohe Nachfrage erleben, ist zusätzlicher Neubau wirtschaftlich und sozial gleichermaßen relevant. Einerseits eröffnet er Investitionschancen und trägt zur Modernisierung des Bestands bei. Andererseits kann neues Angebot helfen, Engpässe in bestimmten Segmenten zu lindern – zumindest sofern tatsächlich bedarfsgerecht gebaut wird.

Gleichzeitig zeigt die Preisentwicklung im Bauwesen, dass neue Projekte nicht billiger werden. Wer heute entwickelt, kalkuliert auf Basis höherer Kosten als noch vor einigen Jahren. Das wirkt sich auf Verkaufspreise, Mietniveaus und Renditeerwartungen aus. Die Herausforderung für den Markt besteht daher darin, Wachstum, Wirtschaftlichkeit und Erschwinglichkeit einigermaßen in Balance zu halten – ein Kunststück, das bekanntlich nicht einmal große Volkswirtschaften mit deutscher Formularfreude zuverlässig beherrschen.

Produktivität und Preisniveau im Zusammenspiel

Ökonomisch interessant ist auch das Zusammenspiel von Produktionszuwachs und Preissteigerung. Der Bauproduktionsindex legte im Gesamtjahr um 5,2 Prozent zu, der Erzeugerpreisindex um 4,1 Prozent. Diese parallele Entwicklung kann auf ein Umfeld hindeuten, in dem sowohl reale Aktivität als auch monetäre Belastung steigen, ohne dass der Sektor dabei an Schwung verliert.

Das kann mehrere positive Interpretationen zulassen. Zum einen könnte es auf eine gewisse Produktivitätsstabilität im Sektor hinweisen. Denn wenn höhere Preise nicht zu einem Einbruch der Produktion führen, scheint die Branche weiterhin in der Lage zu sein, Projekte umzusetzen und Margen beziehungsweise Kalkulationen anzupassen. Zum anderen spricht es für eine Marktnachfrage, die trotz höherer Kosten nicht kollabiert.

Natürlich sollte man aus einer kurzen Pressemitteilung keine vollständige Strukturdiagnose des Sektors ableiten. Aber die Kombination der Zahlen spricht klar gegen ein Bild von Stagnation oder Kostenkrise. Vielmehr entsteht der Eindruck einer Branche, die unter etwas teureren Bedingungen weiter expandiert – was in einem europäischen Vergleich durchaus keine schlechte Nachricht ist.

Das vierte Quartal als möglicher Wendepunkt für zusätzliche Dynamik

Die starke Entwicklung im vierten Quartal verdient besondere Aufmerksamkeit, weil sie möglicherweise auf eine Beschleunigung hinweist, die auch über den Jahreswechsel hinaus Bedeutung haben könnte. Ein Anstieg um 9,0 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2024 ist kräftig genug, um nicht als bloßer statistischer Nebeneffekt abgetan zu werden.

Sollte sich diese Dynamik aus laufenden Projekten, genehmigten Vorhaben und Investitionsentscheidungen speisen, könnte sie ein Hinweis darauf sein, dass die Branche mit einer gut gefüllten Projektpipeline in das Jahr 2026 gestartet ist. Das wäre vor allem dann bemerkenswert, wenn man berücksichtigt, dass internationale Unsicherheiten, Zinssensitivität und Baukosten in vielen Märkten eigentlich eher bremsend wirken.

Zypern scheint hier einen bemerkenswerten Sonderweg der Robustheit zu zeigen. Das bedeutet nicht, dass der Markt unverwundbar wäre. Aber die Zahlen legen nahe, dass Entwickler und Investoren weiter aktiv bleiben und dass die operative Umsetzung von Bauvorhaben in relevantem Umfang voranschreitet.

Mögliche Treiber des Wachstums

Auch wenn die Pressemitteilung selbst keine Ursachenanalyse liefert, lassen sich einige wahrscheinliche Treiber der Entwicklung benennen. Zum Wachstum der Bauwirtschaft dürften verschiedene Faktoren beigetragen haben.

Ein wesentlicher Faktor ist die anhaltende Nachfrage nach Wohnimmobilien in attraktiven Lagen. Zypern profitiert seit Jahren von internationalem Interesse – sowohl von privaten Käufern und Auswanderern als auch von Investoren, Unternehmern und Unternehmen, die auf der Insel Wohn- und Büroflächen benötigen. Hinzu kommen touristische Entwicklungen, die insbesondere in Küstenregionen die Nachfrage nach Hotels, Ferienanlagen, Serviced Apartments und begleitender Infrastruktur stützen.

Ebenso relevant sind städtebauliche Erneuerungen und infrastrukturelle Entwicklungen. In vielen Teilen des Landes wird nicht nur neu gebaut, sondern auch modernisiert, umgewidmet und nachverdichtet. Auch gewerbliche Flächen, medizinische Einrichtungen, Bildungsinfrastruktur und moderne Büroprojekte spielen eine Rolle.

Schließlich darf man die psychologische Komponente nicht unterschätzen: Märkte, die einmal Dynamik entwickelt haben und in denen Kapital, Nachfrage und Erwartungshaltung zusammenfinden, neigen oft dazu, diese Dynamik über längere Zeiträume aufrechtzuerhalten. Solange Vertrauen in den Standort besteht, werden Projekte eher realisiert als verschoben.

Steigende Preise bleiben ein Thema für Entwickler und Käufer

So positiv das Produktionswachstum ist, die Preisentwicklung verdient weiterhin Aufmerksamkeit. Denn auch moderate Kostenanstiege summieren sich im Bauwesen schnell zu erheblichen Gesamtbeträgen. Wer größere Projekte kalkuliert, weiß, dass schon wenige Prozentpunkte Preissteigerung bei Material, Lohn und Technik erhebliche Auswirkungen auf Margen und Verkaufspreise haben können.

Für Bauträger bedeutet das: saubere Kalkulation, konservative Projektsteuerung und klare Preisstrategien bleiben wichtiger denn je. Für Käufer und Investoren heißt es: Neubau wird nicht automatisch günstiger, selbst wenn das Angebot wächst. Im Gegenteil, in nachfragestarken Märkten können zusätzliche Projekte zwar das Angebot verbreitern, aber nicht zwangsläufig zu sinkenden Preisen führen.

Für den Staat und die Politik ergibt sich daraus ebenfalls eine Aufgabe. Ein wachsender Bausektor ist wirtschaftlich erfreulich, aber er wirft zugleich Fragen nach Erschwinglichkeit, Wohnraumverfügbarkeit, Infrastrukturbelastung und langfristiger Stadtentwicklung auf. Wer nur die Zahl der Kräne betrachtet, übersieht leicht, dass jede Wachstumsphase auch planerische Verantwortung mit sich bringt.

Ein positives Signal für Investoren und Unternehmer

Die vorliegenden Zahlen dürften von Investoren, Projektentwicklern und Unternehmen grundsätzlich positiv aufgenommen werden. Ein wachsender Bauproduktionsindex signalisiert Aktivität, Vertrauen und wirtschaftliche Nutzbarkeit des Marktes. Ein moderat steigender Erzeugerpreisindex signalisiert zugleich, dass das Umfeld kalkulierbar bleibt – zumindest im Vergleich zu Phasen stärkerer Kostenexplosion.

Gerade für internationale Marktteilnehmer sind solche Daten relevant. Sie geben Hinweise darauf, ob ein Standort wirtschaftlich in Bewegung ist, ob Projekte realisiert werden und ob die Branche operativ handlungsfähig bleibt. Zypern sendet hier für 2025 ein relativ klares Signal: gebaut wird weiterhin, und zwar nicht zu knapp.

Für Unternehmer außerhalb der Bauwirtschaft ist das ebenfalls relevant. Ein aktiver Bausektor zieht Nachfrage nach Dienstleistungen, Technologie, juristischer Begleitung, Finanzierungslösungen, Möbeln, Innenausbau, Managementleistungen und Vermarktung nach sich. Wachstumsbranchen strahlen selten isoliert, sondern ziehen meist einen ganzen Kreis weiterer Aktivitäten mit.

Kein Grund zur Euphorie ohne Nüchternheit

Trotz der erfreulichen Zahlen wäre es voreilig, die Entwicklung nur euphorisch zu lesen. Bauwirtschaft ist naturgemäß zyklisch. Zinsen, internationale Unsicherheiten, geopolitische Spannungen, regulatorische Fragen oder veränderte Investorenerwartungen können einen heute robusten Markt morgen bereits spürbar abbremsen.

Gerade Zypern als offene Volkswirtschaft ist nicht immun gegen externe Einflüsse. Wenn sich internationale Finanzierungsbedingungen verschlechtern, Kapitalströme zurückhaltender werden oder geopolitische Risiken Investitionsentscheidungen beeinflussen, kann auch der Bausektor unter Druck geraten. Hinzu kommen mögliche Engpässe bei Fachkräften, Flächen, Genehmigungen oder Infrastrukturkapazitäten.

Umso wichtiger ist es, die aktuellen Zahlen als das zu lesen, was sie sind: ein starkes Signal für das Jahr 2025, aber keine automatische Garantie für die Zukunft. Märkte funktionieren selten nach dem Prinzip, dass ein gutes Quartal eine lebenslange Zusage wäre.

Fazit: Zyperns Bausektor bleibt auf Wachstumskurs

Die neuesten Daten des Statistischen Dienstes zeichnen für die Bauwirtschaft auf Zypern ein insgesamt sehr positives Bild. Der Bauproduktionsindex stieg im Gesamtjahr 2025 um 5,2 Prozent gegenüber 2024, während der Erzeugerpreisindex im Bauwesen um 4,1 Prozent zulegte. Besonders auffällig war das starke vierte Quartal: Der Bauproduktionsindex erreichte 135,02 Punkte und lag damit 9,0 Prozent über dem Vorjahresquartal. Der Erzeugerpreisindex im Bauwesen stieg im vierten Quartal auf 125,72 Punkte, was einem Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 3,0 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal entspricht.

Diese Kombination aus wachsender Produktion und moderat steigenden Preisen deutet auf eine robuste und weiterhin aktive Branche hin. Die Bauwirtschaft bleibt damit ein zentraler Wachstumsträger der zyprischen Wirtschaft. Sie signalisiert Nachfrage, Investitionsbereitschaft und operative Stärke – trotz eines internationalen Umfelds, das vielerorts eher für Vorsicht als für Dynamik sorgt.

Für Zypern ist das eine gute Nachricht. Denn ein starker Bausektor bedeutet nicht nur mehr Baustellen, sondern auch mehr wirtschaftliche Bewegung, mehr Beschäftigung, mehr Investitionen und mehr Entwicklung im ganzen Land. Man kann also festhalten: Auf der Insel wird nicht nur das Meer betrachtet, sondern weiterhin kräftig gebaut. Und das ist für eine Volkswirtschaft in Bewegung meist kein schlechtes Zeichen.

Quelle: CYPRUS NEWS AGENCY (CNA)

 
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