Zypern setzt auf Wassersicherheit: Neue Großspeicher für Nikosia offiziell eröffnet

Zypern setzt auf Wassersicherheit: Neue Großspeicher für Nikosia offiziell eröffnet

Präsident Christodoulides: „Wassersicherheit ist eine nationale Priorität“

Mit der feierlichen Einweihung der beiden neuen Wasserspeicher „Cleo“ und „Erato“ hat Zypern einen weiteren konkreten Schritt in Richtung Wassersicherheit gesetzt. Präsident Nikos Christodoulides bezeichnete das Projekt am Montag als Maßnahme von „entscheidender strategischer Bedeutung“ – nicht nur für Nikosia, sondern für das gesamte Land.

Die beiden GLS-Wassertanks (Glass-Lined Steel) wurden vom Nicosia District Local Government Organisation errichtet und verfügen über eine Gesamtkapazität von 17.200 Kubikmetern. Sie stärken die Resilienz der Hauptstadt in einem Zeitraum, der durch Dürre, Klimawandel und steigenden Wasserverbrauch geprägt ist.


1. Versorgungssicherheit für Nikosia deutlich verbessert

Laut Präsident Christodoulides erhöht das Projekt die Wassersuffizienz der Hauptstadt erheblich. Selbst im Falle einer Unterbrechung der Wasserzufuhr könne Nikosia nun mehr als 36 Stunden versorgt werden.

„Die neuen Speicher verbessern die Fähigkeit, Wasser sicher zu lagern und zuverlässig an ein Gebiet mit besonders hohem Bedarf zu liefern“, betonte der Präsident.

Auch der Präsident der Bezirksorganisation, Constantinos Yiorkadjis, sprach von einer kritischen Infrastruktur für die Wassersicherheit. Angesichts von Klimakrise, längeren Dürreperioden und wachsender Nachfrage sei der Aufbau von Reserven keine Option, sondern eine Verpflichtung.


2. Zypern im Brennpunkt der Klimakrise

Christodoulides verwies auf alarmierende wissenschaftliche Daten:
Zypern liege in einer der weltweit am stärksten betroffenen Regionen der Klimakrise. Seit Mitte der 1990er-Jahre sei:

  • die durchschnittliche Jahrestemperatur schneller gestiegen als im globalen Durchschnitt,

  • der durchschnittliche Jahresniederschlag um 10–15 % gegenüber dem 20. Jahrhundert gesunken.

Die Wasserjahre 2024–2025 zählen laut Präsident zu den trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1902. Vor diesem Hintergrund sei Wassermanagement zu einem der obersten Regierungsschwerpunkte geworden – auch im Rahmen der zypriotischen EU-Ratspräsidentschaft.

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3. Drei Säulen der nationalen Wasserstrategie

Der Präsident skizzierte eine klare Drei-Säulen-Strategie zur Erreichung der Wassersicherheit:

🔹 1. Mehr Wasser durch unkonventionelle Quellen

Zypern investiert gezielt in mobile und kleine Entsalzungsanlagen. Nach Abschluss der laufenden Projekte sollen rund 80 % des Trinkwasserbedarfs durch entsalztes Meerwasser gedeckt werden.

Dabei hob Christodoulides ausdrücklich die Unterstützung der Vereinigten Arabischen Emirate hervor, mit denen Zypern in engem Dialog steht. Eine Ministerdelegation – angeführt von der Landwirtschaftsministerin Maria Panayiotou – werde in Kürze in die Emirate reisen, um die Kooperation zu vertiefen.


🔹 2. Ausbau von Speicher- und Leitungsinfrastruktur

Für den Zeitraum 2024–2030 plant die Regierung Wasserprojekte von über 200 Millionen Euro – die größte Investition in der Geschichte des Sektors.

Ziele sind:

  • Modernisierung der Netze,

  • Reduktion von Wasserverlusten,

  • Ausbau von Speicher- und Transportkapazitäten.

Der Präsident wies darauf hin, dass in einigen Regionen bis zu 40 % des Wassers durch Leckagen verloren gehen – ein Zustand, der nicht länger tragbar sei.


🔹 3. Wasserbewusstsein und Verbrauchsreduktion

Ein besonders kritischer Punkt ist der extrem hohe Wasserverbrauch. Christodoulides betonte, dass Zypern zu den verbrauchsstärksten EU-Mitgliedstaaten gehört:

  • in manchen Regionen über 500 Liter pro Person und Tag.

Ein Wert, der weder ökologisch noch ökonomisch zu rechtfertigen sei. Die Regierung strebt daher eine Reduktion des Wasserverbrauchs um 10 % an. Dies sei auch im Interesse des Primärsektors, insbesondere der Landwirtschaft, die besonders unter Wasserknappheit leidet.


4. Moderne Technologie und EU-Finanzierung

Die neuen Speicher Cleo und Erato nutzen glasbeschichtete Stahltechnologie, die sich durch:

  • hohe Lebensdauer,

  • Flexibilität,

  • geringen Wartungsaufwand,

  • und gute thermische Isolierung

auszeichnet.

Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von 2,13 Millionen Euro wurde über die EU-Aufbau- und Resilienzfazilität finanziert – ein Beispiel dafür, wie europäische Mittel gezielt zur Stärkung kritischer Infrastruktur eingesetzt werden.


5. Ziel klar formuliert: Niemand ohne Wasser

Yiorkadjis brachte das Ziel der Bezirksorganisation auf den Punkt:
Kein Haushalt, keine Schule, kein Betrieb und keine Gemeinde dürfe ohne Wasser bleiben. Eine ganzheitliche Netzverwaltung, die Einbindung suburbaner Gebiete und der Ausbau robuster Infrastruktur hätten oberste Priorität.


Schlussbetrachtung

Mit der Inbetriebnahme von Cleo und Erato zeigt Zypern, dass Wassersicherheit nicht in Strategiepapieren entsteht, sondern in Beton, Stahl und konkreten Entscheidungen. In einem Land, in dem Wasser zunehmend zum knappsten Gut wird, ist jeder Kubikmeter Speicher ein Stück Zukunftssicherung.

Oder nüchtern formuliert:
Wasser fließt nicht von selbst – man muss es planen, speichern und schützen.

Quelle: Cyprus News Agency (CNA)

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