Präsident Christodoulides betont soziale Balance und europäische Dimension der Wohnbaupolitik
Mit der Grundsteinlegung für das erste staatlich geförderte Wohnbauprojekt für leistbares Wohnen setzt Zypern ein sichtbares Zeichen im Kampf gegen die zunehmende Wohnraumknappheit. Präsident Nikos Christodoulides unterstrich am Montagmorgen in Limassol die hohe Priorität, die die Regierung der Wohnbaupolitik beimisst – insbesondere für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen.
Das Projekt entsteht im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen der Stadtgemeinde Limassol und der Cyprus Land Development Corporation (KOAG) und gilt als Pilotvorhaben für eine neue Generation sozial ausgewogener Stadtentwicklung.
1. Eckdaten des Projekts: 138 Wohnungen für leistbares Wohnen
Konkret sieht das Projekt den Bau von vier sechsstöckigen Wohngebäuden vor. Insgesamt entstehen 138 Wohnungen mit:
1-, 2-, 3- und 4-Schlafzimmer-Grundrissen
moderner Bauweise
urbaner Integration
Das Grundstück wurde von der Gemeinde Limassol zur Verfügung gestellt und hat einen geschätzten Wert von 8,7 Millionen Euro – ein substanzieller Beitrag der lokalen Ebene zur Lösung der Wohnungsfrage.
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 26 Millionen Euro. Davon werden:
62 % aus staatlichen Mitteln finanziert
38 % durch KOAG getragen
Diese Finanzierungsstruktur verdeutlicht den klaren politischen Willen, das Thema Wohnen nicht dem Markt allein zu überlassen.
2. Kooperation als Schlüssel: Staat, Kommune und semi-staatlicher Sektor
Präsident Christodoulides bezeichnete das Projekt ausdrücklich als Best-Practice-Beispiel dafür, wie gesellschaftlicher Mehrwert durch institutionelle Zusammenarbeit entstehen kann.
„Es zeigt, wie die Gesellschaft profitiert, wenn Staat, lokale Behörden und der semi-staatliche Sektor gemeinsam handeln.“
Gerade in Städten wie Limassol, die durch starkes Wirtschaftswachstum und internationalen Zuzug geprägt sind, ist dieser Ansatz entscheidend, um soziale Durchmischung zu erhalten und Verdrängungseffekte zu begrenzen.
3. Symbolischer Akt mit breiter politischer Beteiligung
Die Grundsteinlegung erfolgte gemeinsam durch:
Präsident Nikos Christodoulides
Innenminister Constantinos Ioannou
KOAG-Präsidentin Elena Kousiou Hadjidemetriou
den amtierenden Bürgermeister von Limassol Yiannis Armeftis
sowie den früheren Bürgermeister Nikos Nikolaides, unter dessen Amtszeit die Vorarbeiten begonnen hatten
Diese Konstellation unterstreicht den parteien- und mandatsübergreifenden Konsens, dass Wohnraum zu einer zentralen gesellschaftspolitischen Frage geworden ist.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen4. Stadtentwicklung und soziale Balance
Neben der reinen Wohnraumschaffung betonte der Präsident auch die städtebauliche Bedeutung des Projekts. Es solle:
zur wirtschaftlichen und kommerziellen Aufwertung des Quartiers beitragen
zugleich aber die soziale Balance wahren
Damit positioniert sich das Projekt bewusst gegen eine rein renditegetriebene Stadtentwicklung, wie sie in stark wachsenden Küstenstädten zunehmend zu beobachten ist.
5. Ausblick: 500 weitere Wohneinheiten landesweit geplant
Christodoulides kündigte zudem an, dass KOAG auch das kürzlich vorgestellte neue, ambitionierte Wohnbauprogramm der Regierung umsetzen wird. Dieses sieht vor:
den Bau von rund 500 zusätzlichen Wohneinheiten
ein Investitionsvolumen von über 70 Millionen Euro
Standorte in Nikosia, Limassol, Larnaka und Paphos
Damit erhält die Wohnbaupolitik erstmals eine landesweite, strukturierte Dimension.
6. Wohnen als europäische Herausforderung
Abschließend ordnete der Präsident die zypriotische Wohnbaupolitik in einen größeren Kontext ein. Bezahlbarer Wohnraum sei längst kein nationales, sondern ein europäisches Thema. Die Maßnahmen Zyperns stünden in voller Übereinstimmung mit der neuen europäischen Strategie für leistbares Wohnen.
Diese europäische Einbettung ist auch vor dem Hintergrund der zypriotischen EU-Ratspräsidentschaft von Bedeutung und stärkt die Position Zyperns in der Debatte um soziale Kohäsion und urbane Nachhaltigkeit.
Schlussbetrachtung
Mit der Grundsteinlegung in Limassol beginnt für Zypern ein neues Kapitel in der Wohnbaupolitik. Erstmals wird leistbares Wohnen nicht als Randthema, sondern als strategische staatliche Aufgabe behandelt – mit klarer Finanzierung, institutioneller Zusammenarbeit und europäischer Perspektive.
Oder nüchtern formuliert:
Wachstum allein reicht nicht – es braucht auch ein Zuhause, das man sich leisten kann.
Quelle: Cyprus News Agency (CNA)
