Zypern verzeichnete im Dezember 2025 zum achten Monat in Folge Deflation. Nach aktuellen Daten der Cyprus Statistical Service (CyStat) sank der Verbraucherpreisindex (CPI) im Jahresvergleich um 0,5 % gegenüber Dezember 2024. Damit bestätigt sich ein anhaltend moderates Preisumfeld, das vor allem durch rückläufige Energie- und Agrarpreise geprägt ist.
Auf Jahressicht (Januar–Dezember 2025) blieb die Preisentwicklung insgesamt nahezu stabil: Der CPI stieg lediglich um 0,1 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.
1. Monatsvergleich: Leichter Anstieg trotz Deflation im Jahresvergleich
Im Monatsvergleich erhöhte sich der CPI im Dezember 2025 um 0,10 Punkte auf 117,67 Einheiten, nach 117,57 Einheiten im November. Diese leichte Bewegung nach oben ändert nichts am deflationären Jahresbild, zeigt jedoch kurzfristige Preisschwankungen in einzelnen Kategorien – insbesondere bei Lebensmitteln.
2. Wirtschaftliche Hauptkategorien: Dienstleistungen teurer, Strom deutlich günstiger
Im Vergleich zu Dezember 2024 ergaben sich folgende markante Veränderungen:
Dienstleistungen: +3,1 % (stärkster Anstieg)
Elektrizität: –9,4 % (stärkster Rückgang)
Agrarprodukte: –5,8 %
Damit bleibt die Deflation klar angebotsgetrieben: Energiepreise und landwirtschaftliche Erzeugnisse wirken stark preisdämpfend, während dienstleistungsnahe Bereiche – insbesondere tourismus- und personenbezogene Leistungen – weiter teurer werden.
Im Vergleich zu November 2025 fiel die größte Veränderung bei den Agrarprodukten an, die um 3 % zulegten.
3. Detailanalyse: Preisänderungen nach Konsumkategorien
3.1 Vergleich Dezember 2025 zu Dezember 2024
Stärkste Preisanstiege:
Restaurants und Hotels: +4,9 %
Bildung: +3,5 %
Stärkste Preisrückgänge:
Bekleidung und Schuhe: –7,9 %
Lebensmittel und alkoholfreie Getränke: –2,9 %
Diese Gegenläufigkeit zeigt: Während konsumnahe Dienstleistungen weiter verteuern, profitieren Haushalte bei Grundbedarf und Textilien von rückläufigen Preisen.
3.2 Vergleich Dezember 2025 zu November 2025
Lebensmittel und alkoholfreie Getränke: +0,8 %
Verkehr: –0,4 %
Kurzfristig stiegen insbesondere Nahrungsmittelpreise, was sich im Monatsindex widerspiegelt, ohne den deflationären Trend auf Jahressicht zu brechen.
3.3 Jahresdurchschnitt Januar–Dezember 2025
Im Jahresvergleich ergaben sich die stärksten Anstiege in:
Restaurants und Hotels: +4,7 %
Bildung: +3,7 %
Freizeit und Kultur: +3,1 %
Der größte Rückgang entfiel auf:
Bekleidung und Schuhe: –6,5 %
4. Einflussanalyse: Welche Kategorien treiben den CPI?
4.1 Vergleich Dezember 2025 zu Dezember 2024 (Indexpunkte)
Größter positiver Einfluss:
Restaurants und Hotels: +0,54
Bildung: +0,16
Freizeit und Kultur: +0,15
Größter negativer Einfluss:
Lebensmittel und alkoholfreie Getränke: –0,70
Bekleidung und Schuhe: –0,61
Zusätzlich wirkten:
Catering Services: +0,53 (positiv)
Elektrizität: –0,53 (negativ)
Frisches Gemüse: –0,51 (negativ)
4.2 Vergleich Dezember 2025 zu November 2025
Positiver Einfluss:
Frisches Gemüse: +0,33
Lebensmittel und alkoholfreie Getränke: +0,19
Negativer Einfluss:
Flugpreise: –0,06
Elektrizität: –0,06
5. Einordnung: Deflation mit Struktur – keine Nachfrageschwäche
Die anhaltende Deflation in Zypern ist kein Zeichen einer schwachen Nachfrage, sondern Ausdruck struktureller Effekte:
deutliche Entlastung bei Energiepreisen
rückläufige Preise für Agrar- und Konsumgüter
gleichzeitiger Preisanstieg bei Dienstleistungen
In Kombination mit steigender Beschäftigung, wachsendem Konsumvolumen und hoher touristischer Nachfrage deutet das Preisbild auf eine gesunde wirtschaftliche Balance hin.
Schlussbetrachtung
Zypern schließt das Jahr 2025 mit einem seltenen Befund: acht Monate Deflation bei gleichzeitig robuster Wirtschaftsdynamik. Für private Haushalte bedeutet dies reale Kaufkraftgewinne – insbesondere bei Energie, Lebensmitteln und Bekleidung. Für Unternehmen bleibt das Umfeld kalkulierbar, wenngleich dienstleistungsnahe Kosten weiter steigen.
Oder nüchtern formuliert: Die Preise sinken dort, wo es zählt – und steigen dort, wo Nachfrage besteht.
Quelle: Cyprus News Agency (CNA)
