Bank of Cyprus mit starkem Jahresabschluss 2025

Bank of Cyprus mit starkem Jahresabschluss 2025: €481 Mio. Gewinn, Rekord-Kreditvergabe und hohe Ausschüttung an Aktionäre

Bank of Cyprus mit starkem Jahresabschluss 2025: €481 Mio. Gewinn, Rekord-Kreditvergabe und hohe Ausschüttung an Aktionäre

Die Bank of Cyprus hat für das Geschäftsjahr 2025 einen Nachsteuergewinn von €481 Millionen gemeldet – davon €128 Millionen im vierten Quartal 2025. Bei der Präsentation der vorläufigen Jahreszahlen zum 31. Dezember 2025 sprach CEO Panicos Nicolaou von einem „weiteren starken Jahr“, das sich sowohl in der finanziellen als auch in der operativen Performance widerspiegele.

Hinter diesen Zahlen steckt mehr als ein erfreulicher Jahresbericht: Die Bank signalisiert damit Stabilität im zypriotischen Finanzsystem, eine wieder deutlich aktivere Kreditvergabe in der Realwirtschaft – und zugleich eine konsequente Kapital- und Ausschüttungspolitik, die Anlegern einen spürbaren Anteil am Erfolg gibt.


Rekord-Neugeschäft: €3 Milliarden neue Kredite – plus Wachstum bei Performing Loans

Ein zentrales Highlight ist das Kreditgeschäft: Die Bank meldete neue Kreditvergabe von €3 Milliarden, ein Plus von 23% gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die gesamten „performing loans“ (also ordnungsgemäß bediente Kredite) um 8% auf €10,9 Milliarden.

Nicolaou betonte, man habe das Ziel von rund 4% Kreditwachstum für 2025 übertroffen. Treiber sei eine „gesunde inländische Kreditaktivität“, ergänzt durch weiteres Wachstum im internationalen Kreditbuch. Diese Aussage ist insofern interessant, als Zyperns Banken nach der Finanzkrise lange Zeit eher durch Bilanzbereinigung als durch expansives Neugeschäft geprägt waren. Ein Rekordwert bei der Kreditvergabe deutet auf einen wieder robusteren Kreditkanal hin – und damit auf Investitions- und Konsumaktivität, die in der Breite finanzierbar bleibt.


Einlagenbasis wächst: Retail Deposits bei €22,2 Milliarden

Auf der Passivseite zeigt sich ebenfalls Wachstum: Retail-Einlagen beliefen sich auf €22,2 Milliarden, ein Plus von 8% beziehungsweise €1,7 Milliarden gegenüber dem Vorjahr.

Eine wachsende Retail-Einlagenbasis ist für Banken gleich doppelt wertvoll: Sie ist in der Regel stabiler als kurzfristige Marktfinanzierung und stützt die Margensteuerung, gerade in Phasen, in denen sich Zinsniveaus verändern. Für Zypern – mit einem traditionell stark einlagenbasierten Bankensystem – ist das ein Signal, dass Vertrauen und Liquidität im System hoch bleiben.


Problemkredite auf 1,2%: Deutlich unter vielen europäischen Vergleichswerten

Besonders betont wurde die Qualität des Kreditportfolios: Die Quote der non-performing loans (NPL) sei auf 1,2% gesunken. Nicolaou sprach von einem Niveau, das „signifikant besser als der europäische Durchschnitt“ sei und „zu den besten in Zypern“ gehöre.

Das ist ein bemerkenswerter Wert, weil Zypern historisch über Jahre hinweg zu den EU-Staaten mit hohen Beständen an notleidenden Krediten zählte. Eine so niedrige NPL-Quote stärkt nicht nur die Bilanz, sondern reduziert auch Risikokosten und erhöht die Fähigkeit, neues Kreditwachstum verantwortbar zu finanzieren. Anders gesagt: Kreditvergabe ist gut – aber Kreditvergabe mit sauberer Risikoqualität ist die eigentliche Königsdisziplin.


Effizienzkennzahl: Cost-to-Income Ratio bei 37%

Auch die operative Effizienz hebt die Bank hervor: Die Cost-to-Income Ratio lag bei 37%. Nicolaou bezeichnete das als Indikator für die Effizienz der Bank.

Für Einordnung: Je niedriger diese Quote, desto mehr Ertrag bleibt nach Kosten übrig, bevor Risikovorsorge und Steuern greifen. Eine 37%-Quote wirkt insbesondere dann stark, wenn gleichzeitig in Digitalisierung, Compliance, Cybersecurity und regulatorische Anforderungen investiert werden muss – Bereiche, die in Europa für Banken spürbar kostentreibend sind.


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Rendite und Kapital: 18,6% ROTE, CET1 21% und Total Capital 25,9%

Aus Aktionärssicht sind die Rendite- und Kapitalzahlen besonders relevant. Für 2025 meldet die Bank:

  • ROTE (Return on Tangible Equity): 18,6%

  • Basic Earnings per Share: €1,10

  • Organic capital generation: 436 Basispunkte

  • CET1 Ratio: 21%

  • Total capital ratio: 25,9%

Ein CET1 von 21% ist komfortabel und signalisiert hohe Verlustabsorptionsfähigkeit. In Kombination mit einer starken organischen Kapitalgenerierung schafft das den Spielraum für Ausschüttungen – ohne die Stabilität zu gefährden. Genau hier liegt der strategische Punkt: Eine Bank, die zugleich wächst, Risiken im Griff hat und Kapital aufbaut, kann verlässlich Dividenden zahlen, ohne bei der nächsten Zykluswende hektisch zu werden.


Dividendenpolitik: €0,50 Finaldividende – insgesamt €0,70 je Aktie und €305 Mio. Ausschüttung

Nicolaou kündigte eine Finaldividende von €0,50 je Stammaktie an. Zusammen mit der bereits im Oktober 2025 gezahlten Interimsdividende von €0,20 ergibt das eine Gesamtausschüttung von €0,70 je Aktie bzw. €305 Millionen für das Geschäftsjahr 2025. Die Bank ordnet das als 70% Payout Ratio ein – am oberen Ende der eigenen Ausschüttungspolitik für 2025.

Das ist eine klare Botschaft an den Kapitalmarkt: Man will „sustainable shareholder returns“ liefern und hält die Versprechen nicht nur in Präsentationsfolien, sondern in barer Münze ein. Gleichzeitig ist eine hohe Ausschüttungsquote immer auch ein Signal über den Zustand der Bilanz: Wer 70% ausschüttet, sagt implizit, dass Kapitalausstattung und Risikoprofil ausreichend robust sind.


Ertragsmix: Gesamtincome leicht niedriger, Zinsüberschuss sinkt – Gebühren & Non-Interest wachsen

Beim Blick in die Ertragsstruktur zeigt sich eine typische Entwicklung für Banken nach der Zinswelle:

  • Total income 2025: €1.040 Mio. (2024: €1.094 Mio., -5%)

  • Net interest income (NII) 2025: €731 Mio. (2024: €822 Mio., -11%)

  • Non-interest income 2025: €309 Mio. (2024: €272 Mio., +14%)

Die Aussage „hauptsächlich wegen niedrigerem Zinsüberschuss“ ist wichtig: Sie deutet darauf hin, dass der Rückenwind aus hohen Zinsmargen 2025 bereits weniger stark war als 2024. Das kann mehrere Gründe haben (Zinsstruktur, Pass-through bei Einlagen, Wettbewerb, Repricing). Umso aussagekräftiger ist, dass die Bank gleichzeitig Non-Interest Income deutlich steigern konnte – also Gebühren, Provisionen, Serviceerträge und ähnliche Quellen. Ein stabiler Non-Interest-Anteil ist in vielen Bankenstrategien zentral, weil er die Abhängigkeit vom Zinszyklus reduziert.


Was bedeuten diese Zahlen für Zypern?

Auf der Makroebene lassen sich aus den Ergebnissen drei Signale ableiten:

  1. Kreditkanal ist offen – und wächst: Rekord-Neulending von €3 Mrd. bei steigendem Performing-Loan-Bestand spricht dafür, dass Unternehmen und Haushalte wieder stärker finanzieren (und finanziert werden) können.

  2. Risikoqualität ist stabil: Eine NPL-Quote von 1,2% ist nicht nur ein Schönheitswert, sondern reduziert systemische Risiken und stärkt das Vertrauen in die Bankenlandschaft.

  3. Kapital bleibt hoch trotz Ausschüttung: CET1 21% bei gleichzeitig 70% Payout signalisiert Robustheit. Das ist für ein kleines, offenes Land mit hoher Außenabhängigkeit ein strategischer Vorteil: Wenn externe Schocks kommen, ist die Bank eher Teil der Lösung als Teil des Problems.


Ausblick: Stärke ja – aber Zinszyklus bleibt der Taktgeber

Bei aller Stärke: Die Zahlen zeigen auch, wo die nächste Herausforderung liegt. Der Rückgang des Net Interest Income um 11% im Jahresvergleich ist ein Hinweis, dass die „einfachen“ Zinsjahre nicht ewig weiterlaufen. Die Bank begegnet dem mit Wachstum im Kreditbuch, starkem Gebühren-/Non-Interest-Anteil und hoher Effizienz. Ob das genügt, hängt in den kommenden Quartalen stark davon ab, wie sich Zinsumfeld, Wettbewerb um Einlagen und Kreditnachfrage entwickeln.


Fazit

Die Bank of Cyprus liefert für 2025 ein Ergebnis, das in mehreren Dimensionen überzeugt: €481 Mio. Gewinn, €3 Mrd. Rekord-Neukredite, Einlagenwachstum, NPL bei 1,2%, Effizienzquote von 37%, hohe Kapitalquoten und eine Ausschüttung von €0,70 je Aktie. Gleichzeitig zeigt der Ertragsmix, dass die Bank bereits in einem Umfeld arbeitet, in dem der Zinsüberschuss nicht mehr automatisch steigt – und deshalb Diversifikation über Non-Interest Income an Bedeutung gewinnt.

Unterm Strich ist das ein Bericht, der nicht nur Aktionäre erfreut, sondern auch den Standort Zypern stützt: Ein stabiles, kapitalstarkes Bankhaus mit wachsender Kreditvergabe ist – gerade in kleineren Volkswirtschaften – oft der unsichtbare Motor, der Investitionen möglich macht. Und wenn der Motor dabei leise läuft, effizient ist und kaum „rote Warnlampen“ zeigt, darf man das ruhig als Fortschritt verbuchen.

 

Quelle: Cyprus News Agency (CNA)

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